Dienstag , 27. Oktober 2020
US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Mary Trump verklagt ihren Onkel im Weißen Haus: Er soll sie um Millionen gebracht haben

New York. Donald Trumps Nichte Mary lässt ihrem Enthüllungsbuch eine Anklage gegen den US-Präsidenten folgen. Donald Trump und zwei seiner Geschwister hätten sie aus dem Familienunternehmen gedrängt und sie im Laufe der Jahrzehnte um zig Millionen Dollar gebracht, heißt es in einer am Donnerstag in New York eingereichten Klage Mary Trumps. Sie verlangt Schadenersatz in nicht bezifferter Höhe. Das Justizministerium und Anwälte des Präsidenten reagierten zunächst nicht.

Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps 1981 verstorbenen Bruder Fred Trump jr. In ihrem im Juli veröffentlichten Buch „Too Much and Never Enough, How My Family Created The World’s Most Dangerous Man“ („Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschaffen hat“) stellte sie ihrem Onkel im Weißen Haus ein vernichtendes Zeugnis aus.

„Betrug war nicht nur ein Familiengeschäft, er war eine Lebensart“

Jetzt warf sie Donald Trump, dessen im August verstorbenen Bruder Robert und ihrer Tante Maryanne Trump Barry vor, ihre Beteiligungen am Familienunternehmen um mehrere Millionen Dollar entwertet zu haben. Die drei hätten erreichen wollen, dass Mary Trump alle Beteiligungen abgibt und den Wert ihres Erbteils durch betrügerische Buchhaltung und Geschäftsberichte auf weniger als 30 Millionen Dollar (rund 25,7 Millionen Euro) heruntergerechnet. Tatsächlich sei es mehrere zehn Millionen Dollar mehr wert gewesen. „Betrug war nicht nur ein Familiengeschäft, er war eine Lebensart“, heißt es in der Anklage.

Mary Trump klagte weiter, als sie und ihr Bruder gegen das Testament des 1999 verstorbenen Familienpatriarchen Fred Trump sr. eine Klage anstrengten, hätten ihr Onkel und seine Geschwister ihnen die Krankenversicherung gestrichen. Dies sei ein Akt besonderer Grausamkeit, weil das damals gerade geborene dritte Kind von Mary Trumps Bruder nach mehreren Schlaganfällen monatelang intensivmedizinisch betreut werden musste.

RND/AP