Donnerstag , 29. Oktober 2020
Hans-Christoph Berndt, Abgeordneter im Landtag von Brandenburg, bei einer Pressekonferenz: Der “Spiegel” zitiert aus einem Verfassungsschutzvermerk, der Berndt enge Verbindungen in die gewaltbereite rechtsextreme Szene nachweist. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Bericht: AfD Brandenburg mit rechtsextremen Vereinen vernetzt

Führende Mitglieder der AfD Brandenburg bemühen sich um eine Vernetzung mit rechtsextremen Vereinen und Organisationen. Das gehe aus einem Einstufungsvermerk des brandenburgischen Verfassungsschutzes hervor, berichtet der “Spiegel”.

Die AfD Brandenburg steht seit Juni unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Dem “Spiegel” zufolge sind die Gründe dafür in dem 112-seitigen Einstufungsvermerk zu finden, der dem Nachrichtenmagazin wohl vorliegt.

Islamfeindlicher Verein, gewaltbereite Szene

Demnach sei der AfD-Landtagsabgeordnete und Bewerber um den Fraktionsvorsitz, Hans-Christoph Berndt, Mitglied in dem islamfeindlichen Verein “Zukunft Heimat”. Die Verfassungsschützer haben dem Bericht zufolge Verbindungen zwischen dem Verein und der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene festgestellt, also zu Hooligans oder Kampfsportlern.

Berndt nutze sein Mandat im Landtag “offensiv zur Verbreitung seiner extremistischen Agenda”, zitiert der “Spiegel” das Schreiben des Verfassungsschutzes.

Von Neonazi “gesteuert”

Im Verein “Zukunft Heimat” seien laut Verfassungsschutz auch Neonazis der 2012 verbotenen Organisation “Spreelichter”. Insbesondere der ehemalige Anführer der Organisation, Marcel Forstmeier, übe großen Einfluss auf den Verein aus. Er gehe dabei “hochgradig konspirativ” vor. AfD-Mann Berndt werde “in Teilen von Forstmeier massiv beeinflusst beziehungsweise sogar gesteuert” – so zitiert der “Spiegel” aus dem Verfassungsbericht.

Dennis Hohloch, ehemals Vorsitzender der Jungen Alternative in Brandenburg und mittlerweile Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, schreiben die Verfassungsschütze Kontakte zu. Hohloch leite zudem ein Onlineportal, das frauenfeindliche, sexistische und rassistische Kommentare unkommentiert veröffentlicht.

RND/lhen