Samstag , 24. Oktober 2020
Mitarbeiter des "Zwischenlager Nord" (ZLN) arbeiten im Zwischenlager auf dem Gelände des "Entsorgungswerk für Nuklearanlagen" (EWN) Lubmin in einer Zerlegungskabine. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung legt den Zwischenbericht mit Teilgebieten für die Endlagersuche vor. Quelle: picture alliance / Stefan Sauer/

Livestream: Bericht zu möglichen neuen Atom-Endlagern in Deutschland wird vorgestellt

Düsseldorf. Gut zwei Jahre vor dem endgültigen Atomausstieg in Deutschland tritt die Suche nach einem Endlager für die strahlenden Reste der Stromerzeugung in eine neue Phase. Am Montag will die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ab 10 Uhr bekannt geben, welche Gebiete sie in Deutschland nach geologischen Kriterien als grundsätzlich geeignet für ein Endlager einstuft. Die Gebiete können noch ziemlich groß sein, es sollen mindestens zehn und höchstens 100 werden. 2031 soll der Standort gefunden sein und 2050 soll das Endlager in Betrieb gehen.

Geeignet für ein Endlager sind die Gesteinsarten Ton, Salz und Granit.

Livestream: Bundesgesellschaft stellt Bericht zu Atom-Endlagern vor

Neben den geologischen Voraussetzungen spielen auch die Besiedlung und andere Kriterien an der Oberfläche eine Rolle. In der ersten Phase der Suche hat die BGE mehr als eine Million Daten ausgewertet. In der zweiten Phase soll an möglichen Standorten auch gebohrt und gemessen werden – dabei werden weitere Regionen ausgeschlossen.

In einer dritten Phase werden dann Erkundungsbergwerke gebaut, um noch gründlicher zu prüfen, welches der beste Ort sein könnte. Bereits vor der Pressekonferenz wurde bekannt, dass 90 Gebiete in Deutschland nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager haben. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen. Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen Ländern.

RND/dpa