Mittwoch , 28. Oktober 2020
Corona-Testzentren in Frankreich haben derzeit täglich schlechte Nachrichten. Das Infektionsgeschehen im deutschen Nachbarland ist besorgniserregend - findet auch Kanzlerin Angela Merkel. Ihre Sorge: Zum Jahresende könnte das hierzulande genauso aussehen, wenn jetzt nicht neue Maßnahmen ergriffen werden. Quelle: imago images/Hans Lucas/dpa/RND Montage Behrens

Sorge wegen Corona-Zahlen: Merkel warnt vor 19.200 Neuinfektionen täglich

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach RND-Informationen vor einer drastischen Steigerung der Corona-Infektionszahlen in den kommenden Wochen gewarnt. Bei gleichbleibender Entwicklung gebe es das Risiko, dass es um Weihnachten herum in Deutschland täglich 19.200 neu Infizierte gebe, sagte Merkel in einer CDU-Präsidiumssitzung nach Angaben von Teilnehmern.

Dies wäre fast drei Mal so viel wie zu bisherigen Krisen-Spitzenzeiten im April. Derzeit werden täglich vom Robert-Koch-Institut gut über Tausend Fälle gemeldet. Im Sommer hatte die Zahl der registrierten Neuinfizierten bei mehreren Hundert täglich gelegen. Seit August steigt die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfizierten stetig an.

Auch die Infektionszahlen in Europa seien besorgniserregend, wurde die Kanzlerin zitiert. Man müsse in Deutschland alles tun, damit die Zahlen nicht weiter exponentiell stiegen.

“Es muss in Berlin was passieren”

An diesem Dienstag will die Kanzlerin in einer Videoschaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten über geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen in der Pandemie beraten. Priorität hätten dabei Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft.

Merkel äußerte sich nach diesen Informationen in der CDU-Präsidiumssitzung besonders mit Blick auf die Lage der Wirtschaft besorgt. Sie äußerte zugleich Zweifel, dass die Berliner Landesregierung angesichts stark steigender Zahlen in der Hauptstadt ernsthaft versuche, Maßnahmen gegen die Ausbrüche einzuleiten. “Es muss in Berlin was passieren“, sagt die Kanzlerin.

RND/vat/dpa