Samstag , 24. Oktober 2020
Dem vergifteten russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny wurde im Berliner Charité das Leben gerettet. Kanzlerin Angela Merkel besuchte Nawalny am Krankenbett – ein politisches Signal. Quelle: dpa/RND Montage Behrens

Merkel besuchte Nawalny am Krankenbett

Berlin. Wird dieser Krankenbesuch zum Politikum? Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny an seinem Krankenbett in der Berliner Charité besucht. Nawalny wurde dort über einen Monat lang behandelt, nachdem er mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Der “Spiegel” berichtete am Sonntagabend von dem Treffen. Nawalny bestätigte die Begegnung am Montag über Twitter.

“Es gab ein Treffen, aber man muss es nicht ‘geheim’ nennen. (Es war) eher ein privates Treffen und (ein) Gespräch mit der Familie. Ich bin Bundeskanzlerin Merkel sehr dankbar, dass sie mich im Krankenhaus besucht hat”, schreibt Nawalny in dem sozialen Netzwerk über die Berichterstattung und den Besuch von Merkel. Das Treffen wird vom “Spiegel” dennoch als Zeichen der Solidarität mit dem russischen Oppositionspolitiker und ein Wink in Richtung Russland verstanden, dass die Bundesregierung dem Fall weiter nachgehen wird, bis die Hintergründe der Vergiftung aufgeklärt sind.

“Dankbar, dass sie mich im Krankenhaus besucht hat”

Bislang sind die genauen Umstände des Giftanschlags nicht geklärt. Nawalny war auf einem Flug nach Moskau im Rahmen seiner Reise zusammengebrochen. Der Jet musste in der Stadt Omsk notlanden. Kurz nach den ersten Berichten über diesen Vorfall hatte Merkel sich persönlich dafür eingesetzt, dass der Oppositionspolitiker in Deutschland behandelt werden kann. Nawalny selbst weiß die Geste zu schätzen: “Ich bin Bundeskanzlerin Merkel sehr dankbar, dass sie mich im Krankenhaus besucht hat.”

Von Sophie Schade/RND