Dienstag , 27. Oktober 2020
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist nicht begeistert davon, dass Gorleben keine Option mehr für ein Atommüll-Lager sei - dafür aber viele Teile Bayerns nun in Frage kämen. Quelle: dpa/RND Montage Behrens

Söder über Endlagersuche: Haben zugesagt, dass es keine Blockade gibt

Berlin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat betont, dass seine Staatsregierung den ersten Zwischenbericht zur Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland grundsätzlich akzeptiert. Seine Regierung greife nicht die wissenschaftlichen Ergebnisse an, sagte der CSU-Chef am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“. “Ganz im Gegenteil: Wir haben ja zugesagt, dass es da keine Blockade gibt, sondern dass jeder mitmacht.”

Die für das Suchverfahren zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) weist in ihrem am Montag vorgestellten ersten Zwischenbericht sieben sogenannte Teilgebiete in Bayern aus, die 76 Landkreise und eine Fläche von fast 42 000 Quadratkilometern umfasst. Insbesondere für das Wirtsgestein Granit werden weite Teile des Landes als potenziell geeignet ausgewiesen, aber auch Regionen mit Tonvorkommen sowie ein kleiner Abschnitt mit Salz.

Söder äußerte sich skeptisch zum Ziel, ein Lager für eine Million Jahre zu finden. „Das ist schon sehr, sehr anspruchsvoll und wird den Bürgern sehr, sehr schwer zu kommunizieren sein. Ich glaube, das sollte man nochmal genau überlegen, wie man die nächsten Jahre diesen Prozess gestaltet, denn mit dem heutigen Tag entsteht erstmal große Verunsicherung in der Bevölkerung.“

Laut dem Bericht sind große Teile Deutschlands für ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet – der lange heftig umkämpfte Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist aber nicht darunter.

RND/dpa