Samstag , 24. Oktober 2020
Migranten sitzten auf einem Hang neben Polizisten, die eine Straße sichern. Die Migranten aus Afrika, Kuba, Haiti oder anderen mittelamerikanischen Ländern brachen zu Fuß von Tapachula bis zur Südgrenze der Vereinigten Staaten auf. (Archivbild) Quelle: El Universal/El Universal via ZU

Mehrere hundert Migranten auf dem Weg in die USA

Berlin, San Pedro Sula. Mehrere hundert Migrantinnen und Migranten haben sich von Honduras aus auf den Weg in die USA gemacht. Berichten lokaler Journalisten zufolge ist der Zug am Mittwochnachmittag (Ortszeit) von der Stadt San Pedro Sula aus losgezogen. Am Abend befanden sich nach Angaben der honduranischen Migrationsbehörden 900 Menschen in der Stadt Corinto an der Grenze zu Guatemala. Laut dem honduranischen Botschafter in Guatemala, Mario Fortín, darf nur in das Nachbarland einreisen, wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann.

In den vergangenen Tagen zirkulierten in den sozialen Medien Aufrufe für eine Karawane, die am 1. Oktober starten sollte. Da sich bereits vorher zahlreiche Reisewillige am zentralen Busbahnhof von San Pedro Sula eingefunden hatten, zogen sie am Mittwoch los.

USA-Einreise durch Corona zusätzlich erschwert

Die mexikanische Migrationsbehörde (INM) wies Falschmeldungen in sozialen Medien zurück, wonach Migranten ohne gültige Dokumente durch das Land reisen dürften. Man werde zudem beobachten, ob in der Karawane die für Mexiko gültigen Regeln zur Eindämmung des Coronavirus eingehalten würden. Die US-Botschaft in Honduras erklärte, die Einreise in die USA sei aufgrund der Pandemie noch schwieriger geworden.

Die Karawane ist die erste, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie auf den Weg Richtung USA gemacht hat. Die letzte wurde Anfang des Jahres an der guatemaltekisch-mexikanischen Grenze gestoppt. Seit zwei Jahren ziehen immer wieder Menschen aus Mittelamerika, die vor Armut und Gewalt flüchten, in großen Gruppen an die mexikanische Grenze zu den USA, um von dort aus in die Vereinigten Staaten einzureisen. Viele bleiben an der Grenze hängen oder werden wieder in ihr Herkunftsland abgeschoben.

RND/epd