Mittwoch , 28. Oktober 2020
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan übt Kritik an der EU. Quelle: -/Xinhua/dpa

Erdgasstreit: Erdogan nennt EU ein “einflussloses Gebilde”

Istanbul. Angesichts des Streits um Erdgas im östlichen Mittelmeer hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan harsche Kritik an der Europäischen Union geäußert.

“Die Europäische Union ist als Geisel der Frechheiten Griechenlands und der griechischen Zyprer zu einem einflusslosen und oberflächlichen Gebilde ohne Weitblick verkommen”, sagte Erdogan am Donnerstag.

Parallel dazu berieten die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel über den Konflikt und das Verhältnis zur Türkei.

Erdogan sagte, es gebe kein einziges Problem in der Region, das auf Initiative der EU gelöst worden sei. “Ganz im Gegenteil: Jede Krise, in die die Union interveniert hat, hat nur neue Ausmaße angenommen und sich vergrößert.”

Hintergrund ist, dass die Türkei im östlichen Mittelmeer Erdgasfelder erforschen lässt. Griechenland und Zypern halten das für illegal. Die EU hatte der Türkei deshalb Ende August ein Ultimatum gesetzt und mit zusätzlichen Sanktionen gedroht.

Nun haben sich Athen und Ankara auf einen Mechanismus geeinigt, mit dem militärische Zwischenfälle im Mittelmeer verhindert werden sollen, wie die Nato mitteilte.

RND/dpa