Mittwoch , 28. Oktober 2020
Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Teilnehmerzahl von Feiern im öffentlichen Raum zu beschränken. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Umfrage: Die meisten Deutschen befürworten die Obergrenzen bei Feiern

Laut neuer Umfrage halten das viele Deutsche für richtig. Die Befragung ergab auch, dass jeder zweite Deutsche in Sorge vor Langzeitschäden einer Corona-Infektion ist.

Hannover. Eine große Mehrheit der Deutschen befürwortet zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die Gästezahlen bei privaten Feiern zu beschränken. 85 Prozent sagen, es gehe in die richtige Richtung, private Feiern wie Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern nur noch für höchstens 50 Gäste zu erlauben, wie eine am Donnerstag in Köln veröffentlichte ARD-Umfrage ergab. 13 Prozent sind der Meinung, eine solche Maßnahme gehe in die falsche Richtung.

Am Dienstag hatten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf geeinigt, Teilnehmerzahlen von Feiern zu begrenzen, wenn ein erhöhtes Infektionsgeschehen vorliegt.

Gibt es in einer kreisfreien Stadt oder einem Landkreis binnen einer Woche mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, so dürfen Feiern in öffentlichen Räumen dort nur noch mit maximal 50 Personen stattfinden. Liegt die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohnern, so sind für Feiern in öffentlichen Räumen nur noch höchstens 25 Teilnehmer erlaubt. Für private Feiern wird dann eine Höchstzahl von zehn Menschen empfohlen.

Zugleich begrüßen die Bürger den Schritt, bei einem erhöhten Infektionsgeschehen eine Ausweitung der Maskenpflicht auf belebten öffentlichen Straßen und Plätzen vorzuschreiben. Eine solche Maßnahme geht für 63 Prozent der Deutschen in die richtige Richtung, 34 Prozent lehnen sie ab.

Sorgen vor Ansteckung nimmt wieder zu

Gut die Hälfte der Deutschen haben Sorgen vor möglichen Langzeitschäden einer Corona-Infektion. Bei 53 Prozent ist die Sorge davor groß (34 Prozent) beziehungsweise sehr groß (19 Prozent).

Auch die generelle Sorge vor einer Ansteckung hat wieder zugenommen. 36 Prozent der Deutschen haben aktuell sehr große Sorge, dass sie sich selbst oder Mitglieder ihrer Familie mit dem Coronavirus anstecken könnten. Das seien 10 Prozentpunkte mehr als im September. Bei knapp zwei Dritteln (64 Prozent) ist diese Sorge vor einer möglichen Infektion aktuell weniger groß, bei 9 Prozent ist sie klein.

Einsamkeit in der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie fühlt sich jeder Vierte zudem einsamer als früher, 24 Prozent stimmten der Aussage zu. Am stärksten ist das Gefühl zunehmender Einsamkeit bei jungen Menschen verbreitet: 30 Prozent der 18- bis 39-Jährigen fühlen sich häufiger einsam als früher.

Das Institut Infratest Dimap befragte für den “Deutschlandtrend” im Auftrag der ARD-“Tagesthemen” am Montag und Dienstag dieser Woche telefonisch 1001 Wahlberechtigte.

RND/epd/ame