Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, spricht während der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen in Potsdam mit Journalisten. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Seehofer warnt vor Corona-Anstieg: „Es geht um Hunderttausende“

Potsdam. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zeigt sich angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen alarmiert. „Es geht nicht um wenige Tausend, es geht um Hunderttausende - auf den Monat gerechnet“, sagte er am Donnerstag am Rand der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Potsdam. „Das wird jetzt sehr sichtbar, dass wir in einer wirklich ernsten, dramatischen Lage sind“, sagte Seehofer. „Multiplizieren Sie einmal die Tageszahlen auf einen Monat, dann sehen Sie die ganze Dramatik der Situation.“ Die Gesundheitsämter hatten einen Rekordwert von 11.287 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

Seehofer: „Es geht um eine sehr dynamische Entwicklung, um ein äußerst gefährliches Virus, potenziell tödlich oder mit Langzeitschäden für die Betroffenen verbunden. Deshalb haben wir die Pflicht als Politiker, alles zu tun, was für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung erforderlich ist.“ Seehofer: „Man kann nur immer wieder die Bevölkerung bitten, sich hier vernünftig zu verhalten.“

Bundespolizei soll Einhaltung der Regeln überwachen

Seehofer kündigte einen verstärkten Einsatz der Bundespolizei an. „Wir werden am Wochenende in Berlin massiv Bundespolizei zur Verfügung stellen auf Bitten des Landes Berlin, um die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten.“ Zudem werde der Bund den Gesundheitsämtern stärker beim Nachverfolgen der Kontakte von Infizierten helfen.

Eindringlich wandte Seehofer sich gegen bei manchen verbreitete Meinungen, nach denen das Virus nicht so schlimm ist: „Man muss nicht immer betroffen sein, um an etwas zu glauben.“ Er betonte, Schäden könnten entstehen „für Nieren, für Herz, für innere Organe“. „Wir schauen immer nur auf die Todesfälle“, sagte er. Es gelte aber insgesamt: „Das ist schon ernst.“

Seehofer teilte mit: „Ich war jetzt wieder in zwei Tests, zum dritten Mal.“ Er sagte: „Das sind dann auch besondere Gefühle.“ Eine Infektion festgestellt worden war bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Andere Mitglieder der Bundesregierung seien negativ getestet worden, hatte es bereits geheißen.

RND/dpa