Bald werden die Uhren umgestellt.

Zeitumstellung als Zeichen der Normalität in ungewöhnlichen Zeiten

Brüssel. Nicht alles ist neu, überwältigend, furchteinflößend in diesen Zeiten der Viruskrise. Manches bleibt so gewöhnlich, dass es schon langweilig wirkt. In der Nacht zu Sonntag wird um 3 Uhr die Zeit um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Dann ist – wieder – Winterzeit. Morgens ist es früher hell, abends früher dunkel. Alles wie gehabt.

Langer Weg durch die EU-Instanzen

Erinnern wir uns an den Sommer 2018. Der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ließ die Europäer online über die Abschaffung der seit 1996 EU-weit geltenden Zeitumstellung abstimmen. Das Ergebnis war deutlich: 4,6 Millionen Europäer stimmten für ein Ende der Zeitumstellung.

Drei Millionen dieser Stimmen kamen aus Deutschland. Das war auch ein Zeichen dafür war, dass sich die Deutschen offenbar zumindest damals mit Problemen beschäftigten, die andere Europäer so nicht hatten.

Schwamm drüber. Denn die Abschaffung der Zeitumstellung nahm danach den üblichen Weg durch die EU-Instanzen. Und der ist lang und voller Stolpersteine.

Heute wissen wir: Die Kommission will die Abschaffung. Das Europaparlament will sie auch. Nur die EU-Mitgliedstaaten sind sich nach wie vor nicht einig, ob künftig die Winterzeit oder die Sommerzeit zur Normalzeit werden soll.

EU ist mit dem Kampf gegen das Virus beschäftigt

Daran wird sich zunächst auch nichts ändern. Deutschland, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat und das Projekt Zeitumstellung moderieren könnte, ist ebenso mit dem Coronavirus beschäftigt wie der Rest Europas. Es wird also höchstwahrscheinlich nichts mit der eigentlich für 2021 geplanten Abschaffung der Zeitumstellung.

Ein Problem ist das nicht. In diesen Zeiten der Bedrohung durch ein Virus könnte man fast dankbar sein, dass es der EU in den vergangenen Monaten nicht gelungen ist, die Zeitumstellung abzuschaffen. Denn das ist auch ein Zeichen von Normalität.

Von Damir Fras/RND