Ein Einsatzwagen der Bundespolizei fährt am Atomkraftwerk Biblis vorbei. Quelle: Boris Roessler/dpa

Gewerkschaft der Polizei will Castor-Transport erneut stoppen – wegen wichtigeren Aufgaben

Hannover. Nach Start des Castor-Transports aus dem britischen Sellafield in das Zwischenlager im hessischen Biblis hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erneut einen Stopp gefordert. Noch ist unklar, wann der Transport per Schiff Deutschland erreicht - Atomkraftgegner erwarten, dass das am Samstagmorgen in Nordenham der Fall sein könnte.

Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte, angesichts der Corona-Pandemie sei es unnötig, riskant und unverhältnismäßig, dass ausgerechnet jetzt ein Großeinsatz stattfinden solle. Es müsse möglich sein, den Transport in Norddeutschland zu unterbrechen. Die Begleitung des Castors binde Tausende Polizisten in Hessen und Niedersachsen sowie von der Bundespolizei und halte die Beamten von dringenderen Aufgaben ab.

Außerdem würden sie einem gesteigerten Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Bundesregierung dürfe nicht die Gesundheit der Polizeibeschäftigten aufs Spiel setzen. „Die Überprüfung der Corona-Auflagen wird auch von der Polizei durchgeführt“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Niedersachsen, Dietmar Schilff.

RND/dpa