Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Quelle: Eric Gaillard/Pool Reuters/dpa

Macron: Messerangriff in Nizza war islamistischer Terroranschlag

Nizza. Die Messerattacke in Nizza mit drei Toten war laut Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ein „islamistischer Terroranschlag“. Frankreich sei angegriffen worden, sagte der 42-Jährige am Donnerstag in der südfranzösischen Küstenmetropole.

Er kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz „Sentinelle“ des Militärs solle von bisher 3000 auf nun 7000 Soldaten aufgestockt werden. Macron war nach dem Anschlag in Begleitung von Ministern nach Nizza gereist.

In Nizza hatte am Donnerstagvormittag ein Mann drei Menschen in und nahe der Basilika Notre-Dame mit einem Messer getötet. Unter den Opfern sei der Aufseher der Kirche, teilte Bürgermeister Christian Estrosi auf Twitter mit. Eine Frau ist französischen Medienberichten zufolge enthauptet worden. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Estrosi sprach von einer “islamofaschistischen” Tat.

Tatverdächtiger aus Tunesien

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren ist. Der konservative französische Abgeordnete aus dem Département Alpes-Maritimes, in dem auch Nizza liegt, Éric Ciotti, machte am Donnerstag weitere Angaben: So sei der mutmaßliche Täter über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schrieb er bei Twitter.

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

Tunesien nimmt Ermittlungen zu Messerangriff auf

Die tunesische Staatsanwaltschaft hat deshalb Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Informationen über die Identität des mutmaßlichen Angreifers habe man mit den Ermittlungen begonnen, sagte der stellvertretender Staatsanwalt und Gerichtssprecher in Tunis, Mohsen Dali, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend. Für den Fall, dass die Justizbehörden um Zusammenarbeit bitten, stehe man zur Verfügung.

Das tunesische Antiterrorgesetz schreibe die Strafverfolgung jedes Tunesiers vor, der an einer terroristischen Handlung innerhalb oder außerhalb des Landes beteiligt war, sagte Dali. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tap bestätigte er zudem, dass der mutmaßliche Angreifer nach ersten Ermittlungskenntnissen ein Tunesier war.

Tunesien verurteile “den terroristischen Vorfall in Nizza” aufs Schärfste, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Tap aus dem Außenministerium. In einer Erklärung bekräftigte das nordafrikanische Land demnach auch seine “völlige Ablehnung aller Formen von Terrorismus, Extremismus und Gewalt” und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

RND/dpa/epd