Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in den USA attackiert Amtsinhaber Donald Trump seinen Herausforderer Joe Biden auf Twitter. Quelle: Chris O'meara/AP/dpa

Mitten in der Nacht: Trump attackiert Biden auf Twitter

Washington. Inmitten mäßiger Umfragewerte wenige Tage vor der Präsidentenwahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump in einer Reihe von nächtlichen Tweets seinen Herausforderer Joe Biden attackiert.

„Biden wird den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten zerstören. Lassen Sie das nicht zu!“, schrieb Trump in der Nacht zum Freitag gegen 2.30 Uhr (Ortszeit). Mit der Berufung der Richterin Amy Coney Barrett Anfang der Woche konnte der Republikaner die konservative Mehrheit am Supreme Court auf sechs der neun Sitze ausbauen.

Im Falle eines Sieges bei der Wahl am Dienstag werde Biden das einflussreiche Gericht verändern, twitterte Trump weiter. Der Supreme Court stellt mit seinen Entscheidungen zu besonders strittigen Themen wie Einwanderung, das Recht auf Abtreibung oder gleichgeschlechtliche Ehe immer wieder wichtige Weichen für die US-Gesellschaft.

Diskutiert wird unter Demokraten derzeit unter anderem eine mögliche Erweiterung des Gerichts. „Die vielen neuen Richter werden radikale Linke sein!“, behauptete Trump.

“Große Rote Welle”

Biden hatte sich in den vergangenen Wochen ausweichend zu einer möglichen, auch als „court packing“ bekannten Vergrößerung des Gerichts geäußert. Zugleich will er im Falle eines Sieges aber eine Justizreform. Eine Kommission aus Demokraten, Republikanern und Experten für Verfassungsrecht soll ein halbes Jahr lang Empfehlungen ausarbeiten.

In einem weiteren Tweet schrieb Trump, er liege „ganz weit vorn in Texas“. In dem südlichen Bundesstaat, der traditionell als Hochburg der Republikaner gilt, gewann Trump 2016 mit einem Vorsprung von rund neun Prozentpunkten.

In jüngsten Umfragen liefert er sich dort jedoch mit Biden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Seinen Anhängern schrieb Trump unter Verweis auf die traditionelle Farbe seiner Partei, sie sollten auf die „Große Rote Welle“ schauen.

RND/dpa