Blumen und Botschaften der Trauer vor der Kathedrale, wo der Anschlag geschah. Quelle: imago images/PanoramiC

Nach Messerattacke in Nizza: Weitere Verdächtige festgenommen

Nizza. Nach dem als Terrorismus eingeschätzten tödlichen Messerangriff in Nizza sind zwei weitere Verdächtige festgenommen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstag unter Bezug auf Justizkreise berichtete, befinden sich seit Freitag zwei Männer im Alter von 35 und 33 Jahren in Polizeigewahrsam.

Der ältere der beiden soll mit dem mutmaßlichen Täter am Tag vor dem Anschlag direkten Kontakt gehabt haben. Der andere Verdächtige hielt sich während der Festnahme im Haus des 35-Jährigen auf.

Am Donnerstag hatten Ermittler bereits einen 47-jährigen Mann in Gewahrsam genommen, der am Vorabend der Tat ebenfalls Kontakt mit dem Angreifer gehabt haben soll.

Ein illegal eingereister Tunesier hatte am Donnerstag laut Ermittlern drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet; zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum aufgefunden. Der Angreifer wurde von Polizisten schwer verletzt und kam in ein Krankenhaus. Er konnte den Angaben zufolge bis Freitagabend noch nicht vernommen werden. Er war erst kurz vor der Tat von Italien nach Frankreich eingereist.

Frankreich rief nach dem Angriff die höchste Terrorwarnstufe aus. Die französische Regierung hatte am Freitag angekündigt, den Schutz von Schulen oder Gotteshäusern zu verstärken.

Auch Tunesiens Behörden ermitteln gegen den Tatverdächtigen. Gemäß dem Recht des Landes werde jeder Tunesier strafrechtlich verfolgt, der in Terrorakte verstrickt sei, egal ob im Inland oder Ausland, sagte ein tunesischer Justizsprecher. So solle ermittelt werden, ob der Täter in Tunesien möglicherweise Komplizen hatte.

Tunesische Sicherheitskräfte haben zudem einen Mann festgenommen, der sich im Namen einer bislang unbekannten Gruppe zu dem Messerangriff in Nizza bekannt hatte. Wahrscheinlich gebe es noch eine zweite Person, die ihm bei der Aufnahme des vorgeblichen Bekennervideos geholfen habe, sagte ein Justizsprecher am Samstag.

Das Video war nach dem Angriff in den sozialen Medien aufgetaucht. Darin reklamierte ein Mann die Tat für eine Gruppe mit dem Namen “Ansar al-Mahdi in Tunesien und im Mahgreb”. Die Justizbehörden meldeten jedoch Zweifel an, dass eine derartige Gruppe überhaupt existiert. Bisher sei sie noch nicht in Erscheinung getreten.

RND/dpa