Ex-US-Präsident Barack Obama als Wahlkämpfer für Joe Biden. Quelle: John Raoux/AP/dpa

Obama attackiert Trump: „Sorgt sich darum, sein Ego zu nähren“

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat Nachfolger Donald Trump Ichbezogenheit und Unvermögen vorgeworfen. Trump „sorgt sich darum, sein Ego zu nähren“ und sei inkompetent, rügte Obama am Samstag bei einer Drive-In-Kundgebung in Flint in Michigan, wo er den ersten von zwei gemeinsamen Auftritten mit Präsidentschaftskandidat Joe Biden absolvierte. Biden hingegen „sorgt sich darum, euch und eure Familien zu beschützen.“ Seinen früheren Vize bezeichnete Obama zudem als „meinen Bruder“ und betonte: „Ich liebe Joe Biden, und er wird ein großartiger Präsident sein.“

Erneut ging Obama hart mit Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie ins Gericht und warf ihm Charakterlosigkeit vor. Der Amtsinhaber sei „neidisch“ auf Covid-19, weil das Thema die Berichterstattung der Medien dominiere. Und Trump reite immer darauf herum, wie viele Besucher seine Kundgebungen anlockten, spottete Obama.

Gemeinsame Auftritte von Biden und Obama

Einen verbalen Seitenhieb verpasste Obama seinem Nachfolger auch beim Thema Maskulinität. Ein Mann zu sein, habe früher mal bedeutet, „sich um andere Menschen zu kümmern“, nicht „herumzustolzieren, anzugeben, sich wichtig zu machen, andere Leute zu mobben.“

Am Samstag wollten Biden und Obama noch in Detroit auftreten, für die musikalische Untermalung des Events sollte die Soul- und Poplegende Stevie Wonder sorgen.

Den Staat Michigan gewann Obama sowohl 2008 als auch 2012, vier Jahre später holte Trump dort mit einem Vorsprung von etwas mehr als 10 000 Stimmen den Sieg. Obama rief seine Zuhörer in Flint auf, wählen zu gehen. 2016 seien die Demokraten in Michigan „ein bisschen selbstgefällig“ geworden, räumte er ein. Das könne man sich diesmal nicht erlauben. „Ihr könnt euch eine bessere Zukunft nicht nur vorstellen. Ihr könnt sie euch nicht wünschen. Ihr müsst dafür kämpfen“, mahnte Obama.

RND/AP