Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed (Mitte) hat in dieser Woche weitere Militäroperationen angekündigt. Quelle: Uncredited/AP/dpa

Äthiopien: Region meldet Bombardierung von Teilen ihrer Hauptstadt

Addis Abeba. Teile der Hauptstadt der äthiopische Region Tigray sind nach Angaben von dort von Kampfflugzeugen bombardiert worden. Der Vorwurf wurde am Donnerstagabend im Sender der Region verlesen.

Mit dem Angriff auf Mekele solle die Region unterworfen werden, hieß es. Die äthiopische Regierung äußerte sich zunächst nicht dazu. Ihre Streitkräfte erklärten, sie würden in einen „unerwarteten und sinnlosen Krieg“ gezwungen.

Der stellvertretende Kommandeur der Armee, Birhanu Jula, sagte allerdings, dass Truppen aus anderen Landesteilen zu den Kämpfen in Tigray entsandt würden. Dies stellte eine bemerkenswerte Eskalation dar und es gab kaum Anzeichen, dass eine Seite bereit ist, statt dessen Gespräche zu führen.

“Krieg wird dort enden”

Die Armee werde nicht überall hingehen, sagte Birhanu Jula angesichts von Befürchtungen, dass der Krieg sich in andere Regionen von einem der bevölkerungsreichsten Staaten Afrikas ausbreiten könne. „Der Krieg wird dort enden.“

Der Regionalpräsident Tigrays, Debretsion Gebremichael, sagte: „Wir sind in der Lage, uns gegen Feinde zu verteidigen, die gegen die Region Tigray Krieg führen.“ Er drohte: „Wir sind bereit, Märtyrer zu sein.“

Am Vortag hatte Ministerpräsident Abiy Ahmed gesagt, das Militär werde in Reaktion auf einen tödlichen Angriff auf einen Militärstützpunkt durch die Regionalregierung in dieser Woche weitere Operationen ausführen. Beobachter haben gewarnt, dass ein Bürgerkrieg in Äthiopien das bereits unruhige Horn von Afrika destabilisieren könnte.

RND/AP