Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Quelle: imago images/Jens Schicke

Verfassungsschutz: Mehr radikale Äußerungen von Islamisten im Internet

Berlin. Der Streit um die Mohammed-Karikaturen und die Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty haben unter radikalen Islamisten in Deutschland große Resonanz gefunden. „Wir beobachten eine zunehmende verbale Gewaltbereitschaft im Internet und sind entsprechend aufmerksam“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Die Gefahr islamistischer Anschläge in Deutschland sei unverändert hoch, betonte er. Attentate wie zuletzt in Dresden oder in Wien habe seine Behörde „stets für möglich gehalten und zu verhindern versucht“. In den Jahren 2018 und 2019 seien etliche Anschlagspläne von den Sicherheitsbehörden durch Durchsuchungen, Verhaftungen und auch durch Abschiebungen vereitelt worden.

Paty war Mitte Oktober von einem 18 Jahre alten Angreifer brutal ermordet worden. Das von Ermittlern als islamistisch motivierter Terrorakt eingestufte Verbrechen löste nicht nur in Frankreich Entsetzen aus. Der Lehrer hatte das Thema Meinungsfreiheit gelehrt und dabei Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt. Der 18-Jährige, der von der Polizei getötet wurde, hatte dies etwa in sozialen Netzwerken als Motiv für seine Tat angegeben.

RND/dpa