Sollen die Schüler bundesweit früher in die Ferien geschickt werden? Das schlägt das Bundeskanzleramt offenbar vor. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Kanzleramt denkt offenbar über stärkeres Vorziehen der Ferien nach

Berlin. Das Kanzleramt will bei den Verhandlungen mit den Ministerpräsidenten Nachschärfungen bei den Kontaktbeschränkungen in mehreren Bereichen durchsetzen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Verhandlungskreisen wird in der Regierungszentrale darüber nachgedacht, die Weihnachtsferien noch früher als von den Ländern geplant beginnen zu lassen. Das soll demnach zu einer noch größeren Reduzierung der Kontakte vor den Feiertagen beitragen. Eine entsprechende Überlegung sei in der Besprechung von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Chefs der Staatskanzleien am Dienstag geäußert worden, hieß es.

Die entscheidenden virtuellen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder sollen an diesem Mittwoch um 14.00 Uhr beginnen. Für 10.30 Uhr war eine Vorbesprechung der Ministerpräsidenten geplant. Ob sich davor Unions- und SPD-Länder noch getrennt beraten, war nach diesen Informationen offen.

Länder wollen Ferien auf 19. Dezember vorziehen

In ihrem gemeinsamen Beschlussentwurf schlagen die Länder vor, den Beginn der Ferien auf den 19. Dezember vorzuziehen, wo dies nicht ohnehin der Fall ist. Merkel könnte sich demnach vorstellen, dass die Ferien bereits vom 16. Dezember an beginnen. Zudem könne sich der Bund eine umfangreichere Regelung beim Hybrid- und Wechselunterricht vorstellen.

Weiteres Thema bei den Beratungen am Dienstag waren nach diesen Informationen mögliche Entschädigungen für die Deutsche Bahn wegen der Corona-Einschränkungen. Unter anderem habe auch die Forderung des Bundes im Raum gestanden, im Einzelhandel mehr Quadratmeter Fläche pro Kunden festzuschreiben als derzeit zugelassen. Dieses Problem sei aber lösbar, hieß es. Für den im November geltenden Teil-Lockdown hatten Merkel und die Ministerpräsidenten beschlossen, dass im Groß- und Einzelhandel sicherzustellen ist, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhält.

Das Kanzleramt setzt sich nach diesen Informationen außerdem dafür ein, dass ein Passus in dem Länderpapier gestrichen wird, nach dem der Bund sicherstellen soll, dass zur Aufdeckung von Infektionsketten in den Schulen verstärkt Antigen-Schnelltests eingesetzt werden können. Die Länder hatten geschrieben, es werde davon ausgegangen, dass durch den Bund ausreichende Testkapazitäten gesichert und praktikable Rahmenbedingungen für die Tests sichergestellt würden.

RND/dpa