Eine Frau neben ihren männlichen Kollegen: Geschlechtergerechtigkeit war ein Ziel der Vereinten Nationen bis 2030 - nach Einschätzung der EU-Kommission wird es in keinem Land der Welt erreicht. Quelle: Oliver Berg/dpa

EU-Kommission: Kein Land erreicht Gleichstellung der Geschlechter bis 2030

Brüssel. Kein Land der Welt ist nach Einschätzung der EU-Kommission auf dem Weg, bis 2030 das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Zwar seien bei der Förderung der Rechte von Frauen und Mädchen einige bedeutende Fortschritte erzielt worden, erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch bei der Vorstellung eines neuen Aktionsplans. Die Entwicklungen bei der Gleichstellung der Frau schritten aber zu langsam voran.

“Die Teilhabe und Führungsrolle von Frauen und Mädchen ist für Demokratie, Gerechtigkeit, Frieden, Sicherheit, Wohlstand und einen umweltfreundlicheren Planeten von entscheidender Bedeutung”, kommentierte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. “Wenn wir allen die gleichen Rechte gewähren, stärkt dies unsere Gesellschaften. Es macht sie reicher und sicherer.”

Kommission: Führungsebenen ausgewogen besetzen

Das Ziel der Geschlechtergleichstellung wurde unter anderem 2015 von den Vereinten Nationen in der Agenda 2030 verankert. Darin heißt es, alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt zu beenden.

Der neue Aktionsplan für die Jahre zwischen 2021 und 2025 soll nun zumindest schnellere Fortschritte ermöglichen. Er sieht unter anderem vor, bei neuen außenpolitischen Maßnahmen der EU noch mehr darauf zu achten, dass sie die Gleichberechtigung fördern. Außerdem sollen die EU-Staaten enger bei dem Thema zusammenarbeiten und eine gemeinsame strategische Vision zum weiteren Vorgehen entwickeln.

Die Kommission wolle mit gutem Beispiel vorangehen und die Führungsebenen geschlechterspezifisch ausgewogen besetzen, sagte die EU-Kommissarin für Internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen. Außerdem sei ein quantitatives und qualitatives Informationssystem zur Gewährleistung von Transparenz und für eine bessere Dokumentation der Gleichstellung in den Ländern nötig.

RND/dpa