Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew bei einer Ansprache an die Nation: Aserbaidschan hat ein Gebiet von Armenien zurückbekommen. Quelle: Uncredited/Azerbaijan's Presiden

Berg-Karabach: Aserbaidschan hat Gebiet zurückbekommen

Baku/Eriwan . Aserbaidschan hat in der Konfliktregion Berg-Karabach ein Gebiet kampflos von Armenien zurückbekommen. „Das aserbaidschanische Volk hat viele Jahre lang ungeduldig auf diesen Tag gewartet“, sagte Präsident Ilham Aliyev am Mittwoch in einer Ansprache.

Die Übergabe des Gebiets Kelbadschar im Südkaukasus war in dem Abkommen über eine Waffenruhe vereinbart worden, das Aliyev und Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan vor rund zwei Wochen unter Vermittlung des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnet hatten.

Aserbaidschanischer Korridor durch Armenien

Aserbaidschan habe außerdem bereits mit Vorbereitungen für den Wiederaufbau einer Bahnstrecke in die Exklave Nachitschewan begonnen, verkündete Aliyev. Sein Land war viele Jahre lang von der autonomen Republik an der Grenze zum Iran abgeschnitten, weil dazwischen armenisches Territorium liegt.

Der aserbaidschanische Korridor durch Armenien ist ebenfalls ein Punkt, auf den sich die beiden verfeindeten Staaten in ihrem Abkommen geeinigt hatten. Aserbaidschan erhält damit eine Landverbindung zu seinem „Bruderstaat“ Türkei.

Aserbaidschan bekam weite Teile seines ehemaligen Gebiets zurück

Berg-Karabach ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken umkämpft. In dem neuen Krieg, der am 27. September begonnen hatte, holte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Das Land sah sich dabei von der Türkei unterstützt. Armenien sieht Russland als seine Schutzmacht.

Die nun geltende Waffenruhe wird von 2000 russischen Friedenssoldaten kontrolliert, die auch eine sichere Rückkehr von Geflüchteten gewährleisten sollen.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, appellierte an alle Beteiligten, „die Menschenrechte zu wahren und humanitäres Völkerrecht einzuhalten“. Oberste Priorität müsse die Sicherstellung humanitärer Hilfe sein.

RND/dpa