Georg Maier Quelle: imago images/Jacob Schröter

Nach RND-Interview zu AfD-Verbot: Drohungen gegen Thüringens Innenminister

Thüringens Innenminister (SPD) hat erklärt, bei einer weiteren Radikalisierung sei auch ein Verbot der AfD denkbar. Nun wird er bedroht. Es heißt: „Weg mit der Judensau.“

Berlin. Thüringens Innenminister (SPD) sieht sich einer aktuellen Morddrohung ausgesetzt. Entsprechende Informationen bestätigte das Ministerium am Mittwoch. Danach stammt die Drohung gegen Maier, der aktuell auch der Konferenz der Innenminister der Länder vorsteht, aus einer Chatgruppe, die sich als Teil der “Querdenker” ausgibt.

Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) wurde die Drohung in einer Chatgruppe des Internetdienstes Telegram, die sich als Teil des Corona-Leugner-Netzwerks Querdenken ausgibt, veröffentlicht. Darin wird ein direkter Bezug zu Maiers Äußerung gegenüber dem RND vom vergangenen Wochenende genommen, in letzter Konsequenz auch ein Verbot der AfD prüfen zu wollen.

In dem Chat ist ein Bild von Maier zu sehen, unter dem steht: „Weg mit der Judensau”. Weiter wird ausgeführt, dass es sich um handele, der Innenminister in Thüringen sei und die AfD verbieten wolle.

Nach Informationen von MDR Thüringen stammten die Hinweise auf die Drohungen vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz. Dessen Präsident Stephan Kramer habe aber auf Nachfrage keine Details nennen wollen. Er habe jedoch eingeräumt, dass die Informationen seinem Amt bekannt seien und man diese sehr ernst nehme.

Inzwischen soll auch das Landeskriminalamt, das für den Personenschutz des Ministers zuständig ist, informiert worden sein. Nach MDR-Angaben ist zudem bereits ein Drohbrief in Maiers Wahlkreisbüro in Waltershausen eingegangen. Da die Sendung eine unbekannte Substanz enthalten habe, hätten Polizei und Feuerwehr gerufen werden müssen.

RND/epd/mdc