Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Quelle: imago images/photothek

Entwicklungsminister zum „Black Friday“: Immer billiger kostet Mensch und Natur

Berlin. Zum Schnäppchen-Event „Black Friday“ hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) appelliert, die sozialen Konsequenzen manchen Konsums nicht aus dem Blick zu verlieren. „Immer nur mehr und billiger - das geht auf Kosten von Mensch und Natur“, erklärte Müller am Freitag in Berlin. Er betonte gleichzeitig, fair und nachhaltig müsse für den Verbraucher nicht teurer sein. Er erneuerte aber seine Forderung nach einem Lieferkettengesetz, das Hersteller stärker in die Pflicht nimmt.

“Nehmen Sie eine normale Jeans. Sie wird bei uns für 100 Euro verkauft, am ‘Black Friday’ als Schnäppchen vielleicht für 50”, sagte Müller. In Bangladesch werde sie für gerade einmal fünf Euro produziert. “Das geht nur, weil die Näherinnen 14 Stunden am Tag für einen Stundenlohn von gerade einmal 40 Cent arbeiten, ökologische sowie soziale Mindeststandards wie das Verbot der Kinderarbeit missachtet werden”, sagte Müller.

Das seien Arbeitnehmerrechte auf dem Stand des 19. Jahrhunderts. Weltweit arbeiteten 75 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen in Textilfabriken, Steinbrüchen oder auf Tee- und Kaffeeplantagen. Mit einem Lieferkettengesetz würde die Jeans im Großeinkauf nur ein oder zwei Euro mehr kosten. Die Näherin habe dafür Arbeitsschutz und grundlegende Menschenrechtsstandards würden eingehalten. „Am Verkaufspreis in Deutschland muss das nichts ändern“, sagte Müller.

Lieferkettengesetz soll Ausbeutung verhindern

Denn nach dem Willen von Müller und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) soll ein Lieferkettengesetz große deutsche Unternehmen haftbar machen, wenn sie Ausbeutung von Beschäftigten und Umweltverschmutzung durch ihre ausländischen Zulieferer billigend in Kauf nehmen. In der Regierung ist das Projekt noch umstritten.

RND/epd