Die „Düsseldorfer Tabelle“ wird zum 1. Januar 2021 geändert. Sowohl die Bedarfssätze für minderjährige Kinder als auch für Volljährige werden angehoben. Quelle: dpa

Neue „Düsseldorfer Tabelle“: Trennungskindern steht im neuen Jahr mehr Unterhalt zu

Düsseldorf. Zum neuen Jahr steht Trennungskindern mehr Unterhalt zu: Sowohl die Bedarfssätze für minderjährige Kinder als auch für Volljährige werden angehoben. Das teilte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am Dienstag bei der Vorstellung der neuen „Düsseldorfer Tabelle“ mit. Die seit 1962 bundesweit eingesetzte Richtlinie zur Bemessung eines angemessenen Kindesunterhalts tritt in der aktualisierten Fassung am 1. Januar 2021 in Kraft.

Selbstbehalt von Unterhaltspflichtigen steigt nicht

Der Mindestunterhalt wird demnach für Kinder bis fünf Jahre um 24 auf 393 Euro steigen. Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben dann Anspruch auf 451 Euro – 27 Euro mehr als bislang. In der dritten Altersgruppe bis zur Volljährigkeit sind es 528 Euro – ein Plus von 31 Euro. Die Sätze beziehen sich jeweils auf die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1900 Euro netto. Für höhere Einkommen weist die Tabelle – die allerdings keine Gesetzeskraft hat, sondern als Hilfsmittel dienen soll – höhere Beträge aus.

Auch die Bedarfssätze für volljährige Trennungskinder würden angepasst, teilte das OLG, das die Tabelle seit 1979 herausgibt, mit. Der Anspruch Studierender, die nicht bei ihren Eltern lebten, bleibe hingegen unverändert bei 860 Euro.

Anpassungen seien auch beim sogenannten Selbstbehalt, der Unterhaltspflichtigen für ihren eigenen Bedarf zusteht, nicht vorgesehen. Demnach stehen Nicht-Erwerbstätigen weiterhin 960 Euro Selbstbehalt zu, Erwerbstätigen 1160 Euro – ausgehend von einer Warmmiete von 430 Euro. Der Betrag kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind.

Die „Düsseldorfer Tabelle“ wird bei Gesprächen des Deutschen Familiengerichtstages mit allen Oberlandesgerichten regelmäßig angepasst.

RND/dpa