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Anhänger von Präsident Donald Trump klettern in Washington auf die Westwand des US-Kapitols. Quelle: Jose Luis Magana/AP/dpa

Nach Sturm auf Kapitol: US-Heimatschutzminister Wolf tritt nun doch zurück

Washington. Der geschäftsführende US-Heimatschutzminister Chad Wolf tritt zurück. Mehrere US-Medien berichteten am Montagabend (Ortszeit) übereinstimmend, Wolf habe seinen Rückzug intern angekündigt. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Der Abgang kommt nur wenige Tage vor dem Ende von Trumps Amtszeit.

In der vergangenen Woche hatten bereits Bildungsministerin Betsy DeVos und Verkehrsministerin Elaine Chao ihren vorzeitigen Rückzug erklärt und dies explizit mit der Attacke auf das Kapitol begründet. Chao ist die Ehefrau des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell.

Wolf hatte einen Tag nach der Erstürmung des Kongresssitzes Trump „angefleht“, die Gewalt nachdrücklich zu verurteilen. Die Gewalt sei „tragisch und widerlich“ gewesen. Das Vorgehen einiger Anhänger des Präsidenten sei „inakzeptabel“. Trump und alle Politiker müssten dies deutlich verurteilen, forderte er.

Nun schreibt Wolf nach Angaben von CNN, dass er den Schritt bedauere, da er bis zum Ende der Amtszeit der Regierung im Amt bleiben wollte. Nun trete er aber zurück, um die wichtige Arbeit des Ministeriums nicht zu gefährden. Es ist unter anderem für die Sicherheit der Amtseinführung von Joe Biden als neuer US-Präsident zuständig.

Nach den Krawallen vor und im US-Kapitol fährt das Heimatschutzministerium die Sicherheitsmaßnahmen für die Vereidigung des gewählten Präsidenten Joe Biden deutlich früher hoch als sonst üblich. Wegen der sich entwickelnden Sicherheitslage träten die Vorkehrungen für einen besonderen nationalen Sicherheitsfall bereits am Mittwoch und nicht erst am 19. Januar in Kraft, sagte Wolf am Montag vor seinem Rücktritt. Das FBI warnte vor bewaffneten Protesten in allen 50 US-Staaten und der Hauptstadt Washington in den Tagen vor Bidens Amtsantritt am 20. Januar.

Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump hatten vergangene Woche das Kapitol gestürmt und die Unterbrechung der gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus erzwungen, in der Wahlleutestimmen für Biden ausgezählt und bestätigt wurden. Außerdem wurden Büros verwüstet. Fünf Menschen kamen ums Leben.

RND/AP/pach