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Wie gut klappt es mit dem Homeschooling? Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa

GEW beklagt Holperstart in den Digitalunterricht – und ruft Politik zum Handeln auf

Berlin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beklagt große technische Schwierigkeiten beim Start in den Distanzunterricht und fordert von der Politik, schnell für Verbesserungen zu sorgen.

„Die Politik muss jetzt so schnell wie möglich alles für die Digitalisierung in den Schulen mobilisieren, was geht“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Der erste Schultag nach Weihnachten hat deutlich gemacht: die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und die Eltern haben Besseres verdient.“

Tepe führte aus: „Es ruckelt technisch gewaltig. Viele Lernplattformen und Server halten den Zugriffen nicht stand.“ Als sie einmal entwickelt worden seien, da sei es eben nie die Idee gewesen, dass so viele Schüler gleichzeitig auf sie zugriffen. „Die Situation ist jetzt so, als stünden elf Millionen Schüler gleichzeitig vor der Schultür.“

Die Lehrergewerkschafterin kritisierte: „Die Politik hat es im Sommer verschlafen, Distanz- und Wechselunterricht besser vorzubereiten.“ Sie setzte hinzu: „Stattdessen haben die Minister sich auf die Option konzentriert, die für sie selbst mit am wenigsten Arbeit verbunden war: auf die Hoffnung, dass es mit dem Präsenzunterricht schon irgendwie klappt. Das war fahrlässig.“

Das Zuständigkeitschaos zwischen Bund, Ländern und Kommunen bleibe bislang bestehen, wenn es um die Digitalisierung in den Schulen gehe. Da müsse sich auch strukturell etwas ändern, sagte die GEW-Chefin.

Von Tobias Peter/RND