Lange italienischer Ministerpräsident und Parteichef der rechtskonservativen Forza Italia: Silvio Berlusconi (84) hat die CDU zu Zusammenarbeit auf europäischer Ebene aufgerufen. Quelle: Roberto Monaldo/LaPresse via ZUM

Berlusconi verlässt Krankenhaus – und veröffentlicht Brief an die CDU

Rom. Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat nach Medienberichten das Krankenhaus in Monaco wieder verlassen. Dort war der Chef der konservativen Forza Italia diese Woche wegen Herzproblemen eingeliefert worden.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa am Freitag weiter schrieb, habe es sich um Kontrolluntersuchungen gehandelt. Forza-Gründer Berlusconi hatte im Juni 2016 eine künstliche Herzklappe bekommen. Der 84-Jährige kämpft immer wieder mit gesundheitlichen Problemen, ist aber politisch weiter aktiv. Seine Partei ist aktuell in Rom in der Opposition.

Zeitung druckt Brief an die CDU

Berlusconi selbst veröffentlichte in der Zeitung „Il Giornale“ am Freitag einen Brief an die „Delegierten und Kandidaten“ des CDU-Parteitags in Deutschland mit einem Appell zum europäischen Zusammenhalt in der Corona-Krise. „Angesichts der vielen Herausforderungen, die uns heute erwarten, müssen wir unsere gemeinsame Arbeit stärken“, schrieb der Forza-Chef mit Blick auf die Zusammenarbeit seiner Partei mit der CDU/CSU in der Europäischen Volkspartei (EVP) in der EU.

„Wir müssen den Bürgern ein Europa geben, auf das sie stolz sein können. Das ist das Wichtigste.“ Die Corona-Krise zeige, dass „nationale Selbstsucht“ sicherlich kein Weg zu Lösungen sei. Die CDU will bei ihrem zweitägigen Online-Parteitag, der bis Samstag läuft, über einen neuen Vorsitzenden abstimmen.

Die Zeitung „Il Giornale“ mit Sitz in Mailand ist im Besitz seiner Familie. Nach Angaben des Blattes begab sich der Ex-Premier am Freitag zu Familienangehörigen in der Küstenregion um das französische Nizza.

RND/dpa