Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans ruft seine Partei zur Geschlossenheit auf. Quelle: Oliver Dietze/dpa

Saarlands Ministerpräsident Hans appelliert an CDU: Angebot an Konservative machen

Berlin. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans hat die neue CDU-Parteiführung dazu aufgerufen, ein Angebot an die Konservativen in der Partei zu machen. „Wir müssen überzeugende Antworten geben auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu gehört auch, dass wir als Union den Konservativen ein Angebot zur Mitarbeit und Mitgestaltung unserer Politik machen“, sagte Hans dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die CDU sei immer dann als Volkspartei stark gewesen, wenn sie in der breiten Mitte der Bevölkerung verankert gewesen sei. „Dazu gehören die Wertkonservativen genauso wie die Marktliberalen und die Sozialpolitiker“, betonte Hans.

Die CDU gibt ein gespaltenes Bild ab

Bei der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet hatte sich ein gespaltenes Bild der Partei gezeigt. Der Stichwahl stimmten 521 Delegierte für den NRW-Ministerpräsidenten und 466 Delegierte für den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Der Parteitag war gerade zu Ende, da forderte Merz einen Platz am Kabinettstisch als Wirtschaftsminister. Die Kanzlerin ließ umgehend mitteilen, dass sie keine Kabinettsumbildung plane.

Laschet hatte in seinen Schlussworten beim Parteitag angekündigt, mit Merz darüber zu sprechen, wie der weiter für die Partei arbeiten könne. An einen Kabinettsposten für sofort hatte er dabei ganz offensichtlich nicht gedacht. Dennoch weiß Laschet, dass er einen Weg finden muss, die große Zahl der Merz-Anhänger in der CDU im Bundestagswahljahr einzubinden. Eine Versöhnung der Lager in der Partei dürfte auch für die von ihm angestrebte Kanzlerkandidatur zentral sein.

Die Themen von Friedrich Merz

Der Saarländer Hans, der ebenfalls zum liberalen Flügel der Partei gehört, mahnte, Merz‘ Positionen in der Partei zu berücksichtigen. Er verwies auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, die in ihrem vollen Ausmaß noch nicht überschaubar seien und doch gehe es für viele Menschen um das wirtschaftliche Überleben, um ihre finanzielle Existenz. „Deshalb müssen wir die Themen, die Friedrich Merz in seiner Rede angesprochen hat, ernst nehmen, aufgreifen und Lösungen suchen“, sagte Hans.

Er sei optimistisch, dass Armin Laschet dies gelinge. In NRW habe er es bereits bewiesen, indem er unterschiedliche politische Persönlichkeiten wie Friedrich Merz, Wolfgang Bosbach und Karl-Josef Laumann zur Zusammenarbeit habe gewinnen können. Hans rief seine Partei auch zur Geschlossenheit auf. „Es ist wichtig, dass wir als CDU jetzt nach der Wahl geschlossen sind und uns hinter den neuen Parteivorsitzenden versammeln“, betonte er. Eine Mannschaft, die erfolgreich sein wolle, brauche viele kreative Köpfe mit manchmal auch unterschiedlichen Ideen. „Deshalb sollten auch die unterlegenen Kandidaten sich aktiv dabei einbringen.“

RND

Von Eva Quadbeck/RND