Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Quelle: imago images/Christian Spicker

Brinkhaus: Besorgt wegen Corona-Mutationen in Irland und Großbritannien

Berlin. Der Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, sieht trotz der aktuell sinkenden Corona-Infektionszahlen keinen Grund zur Entwarnung im Kampf gegen die Pandemie. „Wir sind sehr besorgt wegen der Entwicklung in Großbritannien und Irland“, sagte der CDU-Politiker am Montag im SWR. „Dort gibt es einen mutierten Virus, der zu sehr, sehr hohen Neuinfektionen geführt hat.“

Er geht nach eigenen Worten davon aus, dass bei den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag die Corona-Beschränkungen noch einmal verlängert und verschärft werden. Es gehe vor allem um weitere Kontaktbeschränkungen und darum, dass mehr Menschen von zu Hause arbeiteten.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) äußerte sich derweil vor den Beratungen skeptisch zur FFP2-Masken-Pflicht. Es sei zwar unzweifelhaft, dass die Masken medizinisch wirkungsvoller seien als Alltagsmasken, sagte Laumann am Montag in Düsseldorf. Bevor eine Pflicht beschlossen werde, FFP2-Masken in bestimmten Bereichen zu tragen, müsse klar sein, ob sie auch in ausreichenden Mengen zur Verfügung stünden. “Da gibt es unterschiedliche Nachrichten”, sagte Laumann.

Schließlich müssten die Masken alle paar Stunden gewechselt werden. Es dürfe nicht zu einem Engpass in medizinischen Bereichen kommen oder dort, wo FFP2-Masken aus Arbeitsschutz-Gründen notwendig seien, mahnte Laumann. “Man muss alles vom Ende her bedenken.” Alternativ könne auch über den Einsatz von OP-Masken nachgedacht werden.

Die Forderung der FDP nach einer Sondersitzung des Bundestags zu den Bund-Länder-Beratungen wies Brinkhaus unterdessen zurück. Dies wäre eine „PR-Veranstaltung“ der Freidemokraten. Der Bundestag sei eingebunden und habe jederzeit die Möglichkeit, alles wieder zurückzuholen, was von den Regierungen beschlossen werde.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet.

RND/dpa