Unmittelbar vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise stemmen sich die Arbeitgeber gegen Vorgaben zu Homeoffice bei Unternehmen. „ Quelle: Fabian Strauch/dpa

Kommt bald die Pflicht? Arbeitgeber warnen vor „Homeoffice-Bürokratie“

Berlin. Nur wenige Tage nachdem der Bundespräsident, die Gewerkschaften und die Arbeitgeber einen entschlossenen und gemeinsamen Appell an Unternehmen und Beschäftigte gerichtet haben, schlägt die Politik in einer Art Ersatzhandlung eine Homeoffice-Bürokratie vor“, erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände am Dienstag. Eine solche würde in ihrer Wirksamkeit „zweifelsfrei“ hinter dem Handeln der Sozialpartner zurückbleiben.

Sozialpartnerschaft wird erschwert

Weiter hieß es, die Ankündigung zu einer „Homeoffice-Verordnung“ sei mit Verwunderung zur Kenntnis genommen worden. „Es bleibt abzuwarten, ob sich die Verantwortlichen klar darüber sind, dass sie damit zukünftige gemeinsame Interessen im Rahmen der Sozialpartnerschaft erschweren oder verhindern.“

Sozialpartnerschaft sei immer wirksamer als „bürokratischer Aktionismus“. Die Organisation von mobilen Arbeitsformen sei eine gemeinsame Gestaltungsherausforderung für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen. „Praxisferne Vorgaben erschweren diesen Prozess.“

Verbindliche Homeoffice-Regeln bei Einigung

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich für schärfere Regeln beim Thema Homeoffice und beim Arbeitsschutz ausgesprochen. „Wir werden jetzt zu mehr Verbindlichkeit kommen müssen an dieser Stelle, und das werden dann auch die Arbeitsschutzbehörden der Länder im Blick behalten“, sagte Heil am Montag. Heil kündigte für den Fall einer Einigung an, entsprechende Regeln rechtlich so schnell wie möglich umzusetzen. Das betreffe verbindliche Regeln in Bezug auf die Möglichkeit des Homeoffice als Angebot für die Beschäftigten, wo immer das betrieblich möglich sei.

RND/dpa