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Bald könnte es möglich sein, sich zu Hause mit einem Antigen-Schnelltest auf das Corona-Virus zu testen. Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/

Gesundheitsministerium will Corona-Selbsttests ermöglichen

Berlin. In der Corona-Krise sollen die Bürger bald Zugang zu Heimtests bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung der „Medizinprodukte-Abgabeverordnung“, wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können.

Der Entwurf zur Änderung der Verordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuerst hatten die „Rheinische Post“ und das Nachrichtenportal „The Pioneer“ darüber berichtet. Im Moment dürfen Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden, auch Bildungseinrichtungen gehören seit Dezember zu den möglichen Empfängern.

Perspektivisch würden auch Tests zur Eigenanwendung durch Laien eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen, heißt es in dem Entwurf nun. „Solche Tests sind ein wichtiger Beitrag zur Optimierung der Teststrategie in Deutschland.“

Sichere Eigenanwendung durch Laien

Auch wenn es bisher keine CE-zertifizierten Tests zur Eigenanwendung auf dem Markt gebe, solle durch die Aufhebung der Abgabebeschränkung ein Anreiz geschaffen werden, heißt es weiter. Mit dem CE-Zeichen dokumentieren Hersteller, dass ihr Produkt EU-Richtlinien erfüllt, zum Beispiel an die Sicherheit.

In dem Entwurf wird darauf hingewiesen, dass Tests zur Eigenanwendung “hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit ausreichend gebrauchstauglich zur Eigenanwendung durch Laien” sein müssten und die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt sein müsse.

Bei bisherigen Antigen-Schnelltests muss wie bei PCR-Tests mit einem Wattestäbchen ein Abstrich tief in der Nase oder im Rachen genommen werden. Für Selbsttests ist das eher ungeeignet.

Apothekerverbände begrüßen die Pläne

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) begrüßt die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums für die Einführung von Corona-Selbsttests in Deutschland. “Corona-Schnelltests für Privatpersonen sind eine vernünftige Ergänzung der Teststrategie im Kampf gegen die Pandemie”, sagte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening am Montag laut einer Mitteilung.” Solche Tests sind derzeit noch nicht am Markt, werden aber entwickelt”, fügte sie hinzu und verwies darauf, dass Schnelltests für Laien erst ein entsprechendes Zulassungsverfahren durchlaufen müssten.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie, Martin Walger, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, die Unternehmen könnten nun mit Hochdruck an der Zulassung solcher Tests arbeiten. Bis es soweit sei, werde es aber “ein paar Wochen” dauern.

Zu möglichen Preisen der Selbsttests hieß es von den Apothekerverbänden, diese würden von jedem Hersteller und auch von jeder Apotheke individuell kalkuliert und ausgewiesen, zumal sich die Tests auch in ihrer Qualität und Handhabung unterscheiden würden.

RND/dpa