2011 in Moskau: Der damalige US-Vizepräsident Joe Biden (l) gibt dem russischen Präsident Wladimir Putin die Hand. Quelle: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Biden spricht mit Putin über atomare Abrüstung – und Nawalny

Washington. Russland und die USA haben sich nach Kremlangaben über die Verlängerung des atomaren Abrüstungsvertrags New Start geeinigt. Entsprechende diplomatische Noten seien heute ausgetauscht worden, teilte der Kreml am Dienstagabend nach einem Telefonat von Präsident Wladimir Putin mit seinem US-Kollegen Joe Biden mit.

Zuvor hatten beide Seiten ihre Bereitschaft zur Verlängerung des Anfang Februar auslaufenden letzten Abrüstungsabkommens um fünf Jahre erklärt.

US-Präsident Joe Biden hat in dem Telefonat mit Wladimir Putin Bedenken wegen der Verhaftung des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny geäußert. Er habe mit dem russischen Präsidenten auch über die Verwicklung Russlands in einen Hackerangriff und Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan gesprochen, hieß es aus ranghohen Regierungskreisen.

Biden habe sich zudem dafür ausgesprochen, dass die beiden Länder eine fünfjährige Verlängerung eines Atomwaffenvertrags vor dessen Ablauf im Februar vornehmen.

Biden ist darauf aus, die warme Rhetorik zu beenden, die der frühere US-Präsident Donald Trump gegenüber Putin verwendet hat.

Nach Angaben aus Regierungskreisen hatte die russische Regierung vergangene Woche Kontakt gesucht, um das Telefonat zu ermöglichen. Biden habe in das Gespräch eingewilligt, sich aber zuerst mit seinen Mitarbeitern darauf vorbereiten und mit europäischen Verbündeten sprechen wollen, darunter die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Vor seinem Telefonat mit Putin sprach Biden am Dienstag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

RND/cle/dpa/AP