Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner (v. l.), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nehmen am politischen Aschermittwoch ihrer Parteien teil. Quelle: Balk/Kneffel/Weigel/dpa

Die besten Reaktionen von Twitter-Usern auf den politischen Aschermittwoch

Berlin. Kein lauter Jubel im Bierzelt, keine Buhrufe, kein Applaus: Der politische Aschermittwoch musste in diesem Jahr digital und ohne Publikum stattfinden. Doch die Zuschauer ließen die Politiker via Social Media wissen, wie die Auftritte bei ihnen ankamen. Besonders auf Twitter blieb kaum ein Redner verschont. Eine Auswahl:

„Pseudokneipe“ und „Homeshopping-Moderator“

Für besondere Belustigung sorgte das Ambiente, in dem sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder während seiner Liveübertragung befand. „Es gibt nichts Traurigeres als Markus Söder, wie er in einer Pseudokneipe auf einer einsamen Eckbank sitzt und eine Stunde lang über Brezen hinweg Selbstgespräche mit der Kamera führt“, schrieb dazu Tibor Martini.

Auch über den Auftritt des neuen Chefs der CDU, Armin Laschet, amüsierten sich die Twitter-Nutzer. Robin Mesarosch betitelte ein Bild von Laschet mit dem Satz „Amerikaner, wenn sie sich an Halloween als Deutsche verkleiden“, der Nutzer The_K schrieb zu einem ähnlichen Foto: „Wenn du weißt, dass du nicht Bundeskanzler wirst und dich schon für eine Karriere als Homeshopping-Moderator wappnest.“

Hauptsache, im Krug ist Bier

Trotz fehlender Bierzeltatmosphäre legten die Zuschauer offenbar Wert auf die richtigen Getränke. So sammelte Christian Lindner Sympathiepunkte, weil er der einzige war, „der beim politischen Aschermittwoch wenigstens ein Bier in der Hand“ hatte, schrieb Georg Rosenbaum.

Jedoch fehlte dem FDP-Chef offensichtlich das richtige Gefäß dafür. „Komm, besorg dir erst einmal eine gescheite Maß. Dann kannst du andere maßregeln”, schrieb der Nutzer Lukas. Mit dem Hashtag #laschetdiekorkenknallen postete Clara Nathusius ein Bild von Laschets Auftritt und schrieb dazu: „Wenn du realisierst, dass du der erste CDU-Chef jemals bist, der auf einem PAM in Passau sprechen darf und du dafür nicht mal a Hoibe trinken musst.“

Inhaltliche Kritik kam nicht zu kurz

Auch an inhaltlicher Kritik wurde in dem sozialen Medium nicht gespart. Dabei wurde besonders Markus Söder nicht verschont.

„Die Frage, wie wir aus der Krise kommen, wurde nicht beantwortet“, schrieb Bettina Stark-Watzinger in einem Tweet über Markus Söder. Auch der Nutzer David_D4VID_ urteilte: „Da waren Söders Redenschreiber ja ganz schön kreativ. Fakten eher so zweitrangig.“ Christina Lewinsky bilanzierte hingegen: „Sanfte, aber raffinierte Rede von Markus Söder.“

Scholz sei einschläfernd gewesen

Ein Fazit zum Auftritt der Grünen lieferte Maximilian Heim: „Extrem große Lust auf Beteiligung an Bundesregierung. Schwerpunkt Klimaschutz, aber nicht nur. Baerbock mit betont positiver Kommunikation statt Weltuntergang. Und: Kritik an Stil (nicht Inhalt) von Söders Corona-Politik.“

Reaktionen gab es auch auf Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). „Der Scholz begeistert mich in seiner Art, wie er direkt in die Kamera schaut und die Leute beim PAM der SPD anspricht“, schrieb Georg Rosenbaum. Er sage das Richtige, aber „auf eine Weise, dass der ganze Saal einschläft“, urteilte hingegen Mario Thurnes.

Von Eva Kunkel, Lilly von Consbruch/RND