Die Folgen der Waffen: Kinder, die aus der Küstenstadt al-Hudaida im Jemen vertrieben wurden, stehen 2019 vor einer notdürftig zusammengezimmerten Unterkunft, in der sie mit ihrer Familie leben.

UN appellieren an Geberkonferenz: Milliardenhilfe für Jemen nötig

Genf. Bei einer Geberkonferenz für den Jemen wollen die Vereinten Nationen an diesem Montag Spenden in Milliardenhöhe sammeln, um eine Hungersnot in dem Bürgerkriegsland abzuwenden. Dafür seien 3,85 Milliarden Dollar (3,15 Milliarden Euro) nötig, sagte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.

Die Lage im Jemen sei „nie schlechter“ gewesen, sagte er dem „Spiegel“. „Die Menschen haben keine Arbeit und kein Geld. Ihre Höfe sind bombardiert, ihre Fischerboote zerstört. Sie verhungern, und auch wir haben kein Geld mehr, um die Menschen zu ernähren.“

Im vergangenen Jahr hatten die UN einen Bedarf von 3,3 Milliarden Dollar angemeldet. Davon sei aber nur etwas mehr als die Hälfte zusammengekommen. Hilfsorganisationen hätten die Essensverteilung reduzieren müssen. Statt für 13 bis 14 Millionen Menschen, die vorher jeden Monat versorgt wurden, habe das Geld nur für neun Millionen Menschen gereicht, sagte Lowcock.

Im Jemen kämpfen seit Jahren die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen gegen die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung.

Mit einer Stabilisierung der humanitären Situation wachse die Aussicht auf eine politische Lösung des Konflikts, sagte Lowcock. Auch durch den Regierungswechsel in den USA böten sich für das Land neue Chancen. Der neue Präsident Joe Biden hatte angekündigt, Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien zu stoppen.

RND/vat/dpa