Andreas Scheuer (CSU, links), der Bundesverkehrsminister, und Jens Spahn (CDU), der Bundesminister für Gesundheit. Quelle: picture alliance/dpa

Die Test-Taskforce der Problemminister

Berlin. Es gibt jetzt also eine Taskforce der Regierung, die sich darum kümmern soll, dass Corona-Schnelltests zügig übers Land verteilt werden. Das ist eine gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht ist, dass sie erst jetzt eingerichtet wird. Seit Monaten wird an Schnelltests geforscht. Es war klar, dass sie mal eine Rolle spielen können beim Versuch, die Pandemie zu bezwingen.

Wie die logistische Herausforderung der Verteilung zu bewältigen ist, wäre einen frühzeitigen Gedanken wert gewesen. Durch einen schmissigen Namen wird dieses Versäumnis nicht wettgemacht.

Die Leitung der Taskforce haben das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesverkehrsministerium übernommen. Damit heißen die obersten Test-Organisatoren Jens Spahn und Andreas Scheuer.

Formal lässt sich das durchaus begründen. Der eine ist für die Gesundheitspolitik zuständig, der andere für die Logistik, zumindest für die vom Radweg bis zur Autobahn.

Das Problem ist nur: Spahn hat beim Testen schon ziemlich viel versprochen. Und Scheuer hat im Pkw-Maut-Debakel gezeigt, wie man politische Prozesse besser nicht organisiert. Das Schnelltestergebnis für diese Zuordnung ist also: wenig überzeugend.

Allerdings ist sie strategisch womöglich nicht unklug: Und wenn die Testverteilung der nächste Flop wird, landet der Frust bei ohnehin angeschlagenen Ministern. Wenn es aber auch nur ansatzweise läuft – und das müsste doch eigentlich hinzukriegen sein –, haben beide Minister auch mal wieder einen Erfolg zu verkaufen. Vor allem der zu Übertreibung neigende Scheuer dürfte an seiner Heldeninszenierung schon arbeiten.

Bei Verkehrsprojekten ist es im Übrigen so, dass aus dem CSU-geführten Ministerium besonders viel Unterstützung nach Bayern fließt. Bei der Testorganisation wird auf Gleichmäßigkeit also zu achten sein.

Von Daniela Vates/RND