Noch sind die Innenstädte – wie hier in Gelsenkirchen – leer. Doch das könnte sich mit weiteren Öffnungsschritten ändern. Quelle: imago images/Jochen Tack

Corona-Pandemie: So öffnen die Bundesländer – ein Überblick

Berlin. Bei der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz haben Bund und Länder zwar den Lockdown bis zum 28. März ausgeweitet, aber gleichzeitig auch Lockerungsschritte beschlossen. Doch was ist in den Bundesländern nun erlaubt? Wir geben einen Überblick.

Der Plan der Bundesregierung und der Länder sieht Folgendes vor: Wenn in einer Region die Sieben-Tage-Inzidenz unter einem Wert von 50 liegt, soll die Öffnung weitreichender sein als bei einem Wert zwischen 50 und 100. Gleichzeitig sollen Schnell- und Selbsttest ausgeweitet werden – bald soll sich jeder einmal in der Woche einem kostenlosen Schnelltest unterziehen können.

Bei den Impfungen soll zudem das Tempo erhöht werden. „Im April wird mehr Impfstoff da sein, als in den Impfzentren verimpft werden kann“, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag in Aussicht.

Bundesweit

Fünf Menschen aus zwei Haushalten dürfen sich wieder treffen. Außerdem darf der Einzelhandel bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner Termine fürs Shoppen vergeben, bei einer Inzidenz unter 50 dürfen die Läden für eine begrenzte Kundenzahl geöffnet werden.

Zehn Menschen dürfen laut Bund-Länder-Beschluss an der frischen Luft kontaktfrei Sport treiben, wenn die Inzidenz unter 50 liegt - bei einem Wert bis zu 100 können immerhin fünf Menschen aus zwei Haushalten draußen Sport machen. Kinder bis 14 Jahren dürfen draußen in Gruppen bis zu 20 Sport machen.

Baden-Württemberg

Neben der Öffnung des Einzelhandels – mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro zehn Quadratmeter beziehungsweise 20 Quadratmeter je nach gesamter Verkaufsfläche – sind auch die Öffnungen von Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologischen und botanischen Gärten sowie kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen mit bis zu maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, möglich.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von bis zu 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gelten eingeschränkte Lockerungen für diese Bereiche. Shopping geht dann nur mit Termin („Click & Meet“) und auch in anderen Einrichtungen muss man einen Termin buchen.

Bayern

Der Nachbar Bayern hat sich ebenfalls für einen Stufenplan auf kommunaler Ebene entschieden. Liegt die Inzidenz stabil unter 50, sind mehr Lockerungen möglich, etwa für Schulen, Handel, Kultur oder Sport. Liegt sie über 100, greift eine Notbremse, die wieder einen harten Lockdown in Kraft setzt.

Ab dem 15. März sollen in Abhängigkeit der lokalen Inzidenz Grundschüler wieder in den normalen Präsenzunterricht einsteigen können - Schüler an weiterführenden Schulen können in den Wechselunterricht.

Berlin

Restaurants, Kinos und viele Geschäfte bleiben in Berlin noch zu – auch wenn mancher sich das anders gewünscht hat. Vor dem Hintergrund der sich auch in Berlin ausbreitenden stärker ansteckenden britischen Coronavirus-Variante beschloss der Senat bei seiner Sondersitzung eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März.

Das Einkaufen ist in dieser Zeit nach dem „Click & Meet“-Prinzip erlaubt. Weil Montag ein Feiertag ist, gilt dies ab Dienstag, 9. März. Museen, Galerien und Gedenkstätten dürfen unter strengen Auflagen öffnen. Gleiches gilt für Zoos, Tierparks und Aquarien. Auch körpernahe Dienstleister, wie beispielsweise Kosmetikstudios, dürfen wieder öffnen. Voraussetzung ist, dass der Corona-Inzidenzwert bei Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen unter 100 bleibt.

Beim Sport senkt Berlin die Altersgrenze für Kindergruppen auf 12 herab. Ab Dienstag kehren auch die 4. bis 6. Klassen in den Wechselunterricht zurück.

Brandenburg

In Brandenburg darf seit Montag mit Termin eingekauft werden. Nach den Grundschulen gehen ab 15. März auch weiterführende Schulen in den Wechselunterricht. Kosmetikstudios sollen für Kunden mit negativem Corona-Test öffnen .

Bremen

Bremen erlaubt bereits die Öffnung von Geschäften für einzelne Kunden nach Voranmeldung. Konnten Kunden schon bisher Bestellungen auf Abstand an der Ladentür abholen, dürfen sie das Geschäft nun nach telefonischer oder elektronischer Anmeldung wieder betreten und sich beraten lassen. Als Kundschaft zählt dabei eine Einzelperson oder auch ein ganzer Haushalt. Die Kontaktdaten müssen hinterlassen werden. Der Kunde wird im Geschäft von einer Verkäuferin oder einem Verkäufer begleitet.

In den Grundschulen der Stadt Bremen herrscht seit dem 1. März wieder Präsenzunterricht und Wechselunterricht ab der fünften Klasse. Die jeweiligen Abschlussklassen sollen Klausuren in Präsenz schreiben.

Hamburg

In Hamburg sind seit dem 8. März wieder Buch- und Blumenläden sowie Gartencenter geöffnet. Körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik und Tattoos dürfen ebenfalls wieder stattfinden.

Der Einzelhandel darf – bis auf die nun beschlossenen Ausnahmen – dagegen nur einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche nach Terminvergabe im sogenannten „Click & Meet“-Verfahren empfangen.

Zudem bleibt die Präsenzpflicht für Schüler aufgehoben, so dass Eltern entscheiden können, ihre Kinder weiter im Homeschooling zu belassen.

Hessen

Im hessischen Einzelhandel ist nach Terminvereinbarung nicht mehr nur das Abholen bestellter Waren möglich, sondern auch das Betreten der jeweiligen Abteilungen mit „Click & Meet“, also Aussuchen und Anprobieren der Ware.

Auch Museen, Schlösser, Gedenkstätten, Zoos, Tierparks und botanische Gärten dürfen mit Terminvereinbarung und Hinterlegung der Kontaktdaten wieder besucht werden. Die gleichen Auflagen gelten für Dienstleistungen der Körperpflege. Außerdem können Einzeltermine für Fitnessstudios gebucht werden.

Mecklenburg-Vorpommern

Der Handel kann am Montag landesweit unter Auflagen wieder öffnen, allerdings sind die Voraussetzungen unterschiedlich. In Rostock und Vorpommern-Rügen ist ein Einkaufen ohne vorherige Terminabsprache möglich, in den anderen Regionen des Bundeslandes ist dies hingegen notwendig. Geschäfte und Kunden müssen also vorab telefonisch oder digital einen Termin ausmachen, wann diese in das Geschäft kommen können.

Buchläden, die Außenbereiche von Zoos und Tierparks dürfen ebenfalls landesweit wieder ihren Betrieb aufnehmen, dies gilt auch für die sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik- und Nagelstudios.

Am Montag können zudem viele weitere Schülerinnen und Schüler in Rostock und Vorpommern-Rügen wieder zur Schule gehen. Dies betrifft die Jahrgangsstufen ab Klasse 7, für die zunächst Wechselunterricht vorgesehen ist. Niedrigere Jahrgangsstufen und die Abschlussklassen konnten bereits zuvor wieder zum Unterricht in die Schule gehen.

Niedersachsen

Zusätzlich zu den in Niedersachsen bereits geöffneten Blumengeschäften, Gartencentern und Friseuren dürfen Fahrschulen wieder Fahrstunden geben. Auch die bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe könnten mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder Kunden empfangen.

Der sonstige Einzelhandel könne für sogenannte Terminshopping-Angebote öffnen („Click & Meet“), allerdings begrenzt auf einen Kunden pro 40 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dabei ist eine vorherige Terminbuchung erforderlich.

Während die Kitas in Niedersachsen im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen, werden Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen den Unterricht ab dem 15. März in einem Wechselmodell besuchen.

Nordrhein-Westfalen

Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen in NRW dürfen am 15. März im wöchentlichen Wechsel in die Schule zurückkehren. Grundschüler werden bereits seit Ende Februar so unterrichtet. In den Kitas bleibt es hingegen mindestens bis Ostern (4. April) bei der coronabedingten Kürzung der Wochenstunden um zehn Stunden und Betreuung in festen Gruppen.

Der gesamte Einzelhandel darf öffnen, herein kommen die Kunden aber nur mit Termin und für eine begrenzte Zeit. Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen auch ohne Termin Kunden reinlassen. Außerdem sind Zoos und Museen wieder geöffnet.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz entscheiden die regionalen Zahlen, ob der Handel in einigen Regionen auf die Terminvergabe verzichten kann. Der Wechselunterricht wird ausgeweitet auf die Klassen fünf und sechs.

Saarland

Buchhandlungen und Blumenläden öffnen wieder. Auch Museen und Zoos können mit Terminbuchungen besucht werden. Zudem wird ein Terminshopping im Einzelhandel mit einem Kunden pro 40 Quadratmetern erlaubt sein.

Sachsen

Bisher ist für weiterführende Schulen das Wechselmodell geplant, das am 15. März startet. Unabhängig von Inzidenzen sollen Blumengeschäfte, Gartenmärkte, Buchhandlungen und Baumärkte wieder öffnen dürfen – mit Hygienekonzepten und einer Begrenzung der Kundenzahl.

Fahrschulen sollen mit Hygienemaßnahmen und einer wöchentlichen Testung des Personals wieder an den Start gehen dürfen. Museen, Gedenkstätten, Zoos, Tierparks und botanische Gärten sollen ab 15. März mit Terminbuchung und Kontaktnachverfolgung wieder öffnen.

Sachsen-Anhalt

Einzelhändlern ist gestattet, wieder Kunden in kleinen Gruppen im Laden zu bedienen, wenn diese vorher einen Termin gebucht haben und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Zudem dürfen Kosmetiksalons, Massage-, Nagel- und Tattoostudios unter den gleichen Vorgaben ebenso öffnen wie Museen, Archive und Bibliotheken.

In Sportvereinen dürfen wieder Gruppen mit bis zu 20 Kindern und Jugendlichen im Freien trainieren beziehungsweise bis zu fünf Erwachsene. In Mansfeld-Südharz ist das Infektionsgeschehen mittlerweile so entspannt, dass dort die Schulen am Montag in den täglichen Präsenzunterricht für alle wechseln.

Im Burgenlandkreis hingegen gilt weiterhin Notbetrieb an Schulen und Kitas, in allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten der eingeschränkte Betrieb samt Wechselunterricht für alle weiterführenden Schulklassen.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein entscheiden die regionalen Zahlen, ob der Handel in einigen Regionen auf die Terminvergabe verzichten kann. In weiten Teilen des Landes können die Kinder und Jugendlichen aus den 5. und 6. Klassen ab Montag wieder zum Präsenzunterricht in die Schulen gehen.

Thüringen

In Thüringen ist die Öffnung des Einzelhandels wegen einer Inzidenz von über 100 vorerst vertagt, ab dem 15. März dürfen aber Baumärkte Terminshopping anbieten. Auch von einer Öffnung von Museen oder Galerien ist vorerst keine Rede. Körpernahe Dienstleistungen können ebenfalls frühestens am 15. März den Betrieb wieder aufnehmen. Auch die Lockerungen im Bereich des Sports gelten in Thüringen erstmal nicht.

RND/ag/dpa