Donnerstag , 18. August 2022
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US-Präsident Joe Biden will anders mit Migrationsfragen umgehen als sein Vorgänger Donald Trump. Geflüchtete Venezuelaner sollen übergangsweise Aufenthaltstitel bekommen. Quelle: imago images/ZUMA Wire

USA versprechen temporären Schutz für geflüchtete Venezuelaner

Washington. Die neue US-Regierung will Venezolanern, die in die Vereinigten Staaten geflüchtet sind, temporäre Aufenthaltstitel gewähren. Aufgrund der „außergewöhnlichen“ Bedingungen in Venezuela sei es aktuell nicht sicher, in das südamerikanische Land zurückzukehren, erklärte eine Regierungsbeamtin am Montag in Washington. Venezuela sei ein Land, das nicht in der Lage sei, seine eigenen Bürger zu schützen, erklärte Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas laut Mitteilung.

Antragssteller müssen aber nachweisen können, dass sie bis zu diesem Montag in die Vereinigten Staaten gekommen sind. Wer zum Stichtag noch nicht im Land war, kann den Schutzstatus nicht beantragen. Die Regierung schätzt die Zahl der potenziellen Antragssteller auf etwa 320 000. Mit dem „Temporary Protected Status“ können Personen in den USA auch eine Arbeitserlaubnis bekommen. Der Aufenthaltstitel soll zunächst für 18 Monate gelten.

Joe Biden will Sanktionen überprüfen

Ein Beamter machte zudem deutlich, dass die Regierung von Präsident Joe Biden unter Vorgänger Donald Trump verhängte Sanktionen gegen das ölreiche Land überprüfen will. Dabei setze Washington auf Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und Partnern in Lateinamerika und der Karibik, um den Druck auf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro weiter zu erhöhen. Zugleich betonte er, dass die USA keine Eile hätten, Sanktionen aufzuheben.

Seit Anfang 2019 tobt in dem einst reichen Land ein Machtkampf zwischen der Regierung von Staatschef Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guiadó. Guaidó wird von den USA, vielen lateinamerikanischen und europäischen Ländern unterstützt. Maduro kann auf China, Russland und seine Verbündeten Kuba, Bolivien und Nicaragua zählen.

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, Millionen haben ihre Heimat verlassen. Aus Mangel an Devisen und wegen US-Sanktionen kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren.

RND/dpa