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Deb Haarland ist die neue US-Innenministerin. Sie ist die erste Frau mit indigenen Wurzeln, die dieses Amt inne hat. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Haaland im Amt bestätigt: Erste Indigene leitet US-Innenministerium

New York. Der US-Senat hat die Kongressabgeordnete Deb Haaland als Innenministerin der USA bestätigt. Haaland wird die erste Indigene an der Spitze des Ministeriums, das über Generationen hinweg großen Einfluss auf die Stämme des Landes ausgeübt hat. 51 Senatoren stimmten für die 60-Jährige, 40 dagegen.

Demokraten und Vertreter von indigenen Stämmen würdigten die Entscheidung als historisch. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sagte, Haalands Bestätigung sei „ein gigantischer Schritt vorwärts“ in Richtung einer Regierung, die den ganzen Reichtum und die volle Diversität des Landes repräsentiere. Die indigene Bevölkerung sei viel zu lange auf Regierungsebene „und in so vielen anderen Bereichen“ benachteiligt worden.

Haaland gehört dem indigenen Stamm der Laguna an, ihr Vater ist norwegischer Abstammung. Als Innenministerin wird sie nicht nur die Aufsicht über die Belange der fast 600 vom Bund anerkannten indigenen Stämme haben, sondern auch zuständig sein für riesige Landflächen in öffentlicher Hand, Wasserwege, Nationalparks, die Tierwelt und die Mineralvorkommen.

Indigene Stämme feierten bereits Haalands Nominierung

Seit Gründung der Vereinigten Staaten war noch nie ein Mensch indigener Abstammung für die Belange der indigenen Bevölkerung zuständig. In dieser Zeit trieben die US-Regierungen häufig eher eine Politik gegen das Interesse der Stämme voran, etwa durch Enteignungen von Stammesgebieten.

Schon die Nominierung Haalands war von den Stämmen im Land daher genau verfolgt und frenetisch gefeiert worden. Bei Online-Events verfolgten Hunderte gemeinsam Haalands zweitägige Anhörung im Februar. Viele Indigene in den USA sehen in Haaland eine Ministerin, die den Stämmen Gehör verschaffen sowie die Natur und die Rechte der Stämme schützen wird.

RND/AP