Ein Jahr Lockdown: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey dankt den Familien. Quelle: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Jahr Lockdown: Giffey dankt Familien und fordert mehr Corona-Tests für Schulbesuch

Berlin. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) fordert eine Ausweitung der Corona-Tests vor dem Besuch von Kitas und Schulen. „Solange flächendeckendes Impfen noch nicht geht, muss das Testen vor dem Besuch von Kitas und Schulen, aber auch von Kinder- und Jugendeinrichtungen ausgeweitet werden“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Selbsttests sollten dabei sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für das Personal zur Anwendung kommen, um mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten und Infektionsketten zu unterbrechen“, setzte sie hinzu.

Vor einem Jahr, am 16. März 2020, hat die Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten erstmals einen weitreichenden Corona-Lockdown beschlossen.

„Familien haben ganz besonders zu spüren bekommen, was es heißt, wenn das öffentliche und auch das private Leben wegen der Pandemiebekämpfung heruntergefahren werden müssen“, sagte Giffey anlässlich dieses Jahrestags. „Sie haben Enormes geleistet. Davor habe ich großen Respekt, und ich danke den Familien dafür.“

Neben finanzieller Unterstützung bräuchten Familien vor allem auch Perspektiven, wie es weitergehe, so Giffey. „Und Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, dass auch ihre Bedürfnisse gesehen und berücksichtigt werden“, sagte die Familienministerin. „Deshalb ist die Frage, wann und wie Kitas und Schulen oder außerschulische Angebote wieder schrittweise in einen Alltag zurückkehren können, auch so entscheidend“, sagte die Familienministerin. „Ein stufenweises und am Infektionsgeschehen orientiertes Vorgehen ist deshalb wichtig – nach der Devise: Öffnen, aber sicher.“

Corona-Schulpolitik: Das bemängelt die GEW

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, es fehle der Corona-Politik von Bund und Ländern auch nach einem Jahr noch an Konstanz – und sie forderte zusätzliche Förderprogramme für benachteiligte Schüler. „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – das unstete, wenig verlässliche Agieren der Politik im ersten Corona-Jahr hat die Schülerinnen und Schüler Schulzeit gekostet und sie sowohl psychisch als auch physisch stark belastet“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RND.

„Bis heute gibt es keine bundesweiten Stufenpläne, in welcher Situation welche Maßnahmen gelten, wann Präsenz-, Wechsel- und Fernunterricht greifen.“ Auch fehle es immer noch an der flächendeckenden digitalen Infrastruktur, um guten Fernunterricht anbieten zu können.

„Jetzt müssen so schnell wie möglich Förderprogramme aufgelegt werden, um insbesondere benachteiligte Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und zu fördern“, forderte die GEW-Chefin. „Sonst verstärkt sich die soziale Spaltung weiter.“ Auch die Kita-Kinder sollten zusätzliche Angebote erhalten.

Von Tobias Peter/RND