Sonntag , 25. September 2022
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Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, hält ein Fläschchen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca in der Hand. Quelle: Geoff Caddick/PA Wire/dpa

Wegen Lieferproblemen: London rechnet mit Impfverzögerungen

London. Wegen Liefersorgen rechnet die britische Regierung mit leichten Verzögerungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. Grund sei, dass sich einerseits eine Lieferung mit 1,7 Millionen Dosen des Impfstoffs verzögere, weil sie überprüft werden müsse, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag im Parlament. Außerdem gebe es Verzögerungen bei der Lieferung von rund vier Millionen Dosen aus Indien.

Der Chef des Herstellers Serum Institute of India, Adar Poonawalla, sagte der Zeitung „Telegraph“, die indische Regierung habe noch kein grünes Licht gegeben. Das Außenministerium in Neu-Delhi hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der einheimische Bedarf beim Export berücksichtigt werde.

Gesundheitsminister Hancock betonte, dass im April etwa zwölf Millionen Menschen die für den vollen Impfschutz nötige Dosis erhalten werden. Bauminister Robert Jenrick sagte der BBC, das Ziel, allen Erwachsenen bis Ende Juli eine erste Impfung anzubieten, sei nicht gefährdet.

25 Millionen Menschen haben erste Impfung erhalten

Am Vortag hatte ein Brief des nationalen Gesundheitsdiensts NHS für Aufsehen gesorgt. Demnach rechnet der NHS vom 29. März an über mehrere Wochen mit einer „signifikanten Reduzierung“ der Impfstoffversorgung. Die Impfstoffhersteller Astrazeneca und Pfizer teilten mit, es gebe in Großbritannien keine Engpässe.

Im Vereinigten Königreich haben mehr als 25 Millionen Menschen eine erste Impfung erhalten, rund 48 Prozent der Erwachsenen. Eigenen Angaben zufolge liegt die Regierung damit vor ihrem Zeitplan, der nun aber etwas ins Stocken geraten könnte. Derzeit sind alle über 50-Jährigen aufgerufen, sich impfen zu lassen.

Zuletzt hatte sich die Regierung optimistisch gezeigt, den über 40-Jährigen bereits Anfang April eine Impfung anzubieten. Dies dürfte sich nun verzögern, auch weil bisher weniger als zwei Millionen Menschen die für den vollständigen Schutz notwendige zweite Dosis erhalten haben.

RND/dpa