Donnerstag , 6. Oktober 2022
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Die EU kritisiert den Pharmakonzern Astrazeneca wegen drastischer Unterschreitung der zugesagten Corona-Impfstoffliefermengen scharf. Quelle: imago images/Eibner

EU übt scharfe Kritik wegen ausbleibender Lieferungen: „Das Problem ist Astrazeneca“

Brüssel. Die EU hat den Pharmakonzern Astrazeneca wegen drastischer Unterschreitung der zugesagten Corona-Impfstoffliefermengen scharf kritisiert.

Die Leiterin der zuständigen EU-Generaldirektion Gesundheit, Sandra Galina, sagte am Dienstag, andere Vakzinhersteller wie Biontech/Pfizer und Moderna hätten ihre Verpflichtungen weitgehend eingehalten. „Das Problem ist Astrazeneca. Es ist also ein Vertrag, mit dem wir ein ernstes Problem haben.“

Die EU steht wegen des schleppenden Verlaufs der Impfungen in der Kritik. In ihrem Gebiet wurden im Verhältnis zur Bevölkerung nur etwa ein Drittel so viele Impfungen verabreicht wie in den USA oder Großbritannien.

Hauptverantwortlich dafür sei das Vakzin von Astrazeneca, das als wichtigster Stützpfeiler der Impfkampagne vorgesehen war, sagte Galina. Es ist preiswerter als die anderen bislang zugelassenen Impfstoffe, leichter zu transportieren und sollte in der ersten Jahreshälfte in riesigen Mengen geliefert werden.

„Wir erhalten nicht einmal ein Viertel solcher Lieferungen“, sagte Galina und drohte dem Konzern mit Konsequenzen. Die EU werde handeln, denn das Thema könne nicht vernachlässigt werden, erklärte sie.

Die EU hatte mit dem britisch-schwedischen Konzern im August eine Vorab-Kaufvereinbarung über bis zu 400 Millionen Dosen Impfstoff geschlossen.

RND/AP