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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine nächtliche Ausgangssperre für Gebiete mit hohen Inzidenzwerten. Quelle: imago images/Christian Spicker

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach für nächtliche Ausgangssperren

Düsseldorf. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für nächtliche Ausgangssperren in Gebieten mit hohen Inzidenzwerten ausgesprochen: „Bund und Länder sollten jetzt dringend Ausgangssperren von 20 Uhr bis 6 Uhr in Regionen verhängen, wo die Inzidenzwerte über 100 liegen.“

Dies sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ am Donnerstag. Ein solches auf zwei Wochen befristetes Ausgangsverbot habe in England, Irland und Portugal die Ausbreitung der B117-Variante des Virus gestoppt.

Aus Bewegungsdaten sei ersichtlich, dass sich abends noch zu oft Menschen besuchten, sagte Lauterbach weiter. „Das treibt die Pandemie.“ Ausnahmen von nächtlichen Ausgangssperren solle es lediglich für Menschen geben, die aus beruflichen Gründen ihre Wohnung verlassen müssen.

Lauterbach: Arbeitgeber stärker in die Pflicht nehmen

Außerdem mahnte der SPD-Politiker, die Arbeitgeber stärker in die Pflicht zu nehmen. „Jeder Arbeitnehmer, der nicht im Homeoffice arbeiten kann, muss vom Arbeitgeber zweimal pro Woche kostenfrei auf Corona getestet werden.“ Die Beschlüsse von Bund und Ländern reichten in dieser Hinsicht nicht aus.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte die Unternehmen auf, sich stärker am Testen auf Corona-Infektionen zu beteiligen. „Wir müssen uns weiter der dritten Welle entgegenstemmen“, sagte Schwesig der Zeitung. „Testen, impfen, Kontakte reduzieren, das bleibt die richtige Strategie.“ Hier setze man bereits verstärkt auf Selbsttests in den Kitas und Schulen. „Unsere klare Erwartung ist, dass auch die Wirtschaft Verantwortung beim Testen übernimmt“, sagte die Ministerpräsidentin.

RND/epd