Russland fordert an die Slowakei gelieferte Sputnik-V-Vakzinen zurück Quelle: Tibor Rosta/MTI/AP/dpa

Russland will Sputnik-V-Impfstoff von Slowakei zurück

Prag. Russland hat die Slowakei am Donnerstag zur Rückgabe seiner erhaltenen Sputnik-V-Impfstoffdosen aufgefordert. Zur Begründung wurden „zahlreiche Vertragsverletzungen“ genannt.

Die slowakische Arzneimittelaufsicht habe Sputnik V „in einem Labor, das nicht Teil des offiziellen Labornetzwerks für Arzneimittelkontrollen der EU ist“, getestet, hieß es auf dem offiziellen Twitter-Konto von Sputnik V. Das verstoße gegen den bestehenden Vertrag und sei ein „Akt der Sabotage“.

Das staatliche slowakische Institut für Arzneimittel habe eine Desinformationskampagne gegen Sputnik V gestartet und plane weitere Provokationen, hieß es. Das slowakische Institut erklärte dazu, das Netzwerk von der EU zertifizierter Labore teste nur Vakzine, die in der Europäischen Union registriert seien. Bei Sputnik ist das nicht der Fall. Über den russisch-slowakischen Vertrag lägen dem Institut keine Details vor, da er geheim sei.

Stunden vor der russischen Ankündigung hatte die slowakische Arzneimittelaufsicht erklärt, ihr lägen von seinem Hersteller nicht genügend Informationen über das russische Vakzin vor, um dessen Nutzen und Risiken einschätzen zu können. Etwa 80 Prozent der angeforderten Daten seien nicht geliefert worden, erklärte das Institut.

Sputnik-V-Vakzin unterscheidet sich laut Slowakei

Das an die Slowakei gelieferte Vakzin unterscheide sich von dem Sputnik-V-Vakzin, das als zu 91 Prozent effektiv gelte und laut dem Fachmagazin „The Lancet“ Geimpfte vor einer schweren Erkrankung an Covid-19 zu schützen scheine. Auch das Sputnik-V-Vakzin, das derzeit in einem rollierenden Verfahren von der EU-Arzneimittelbehörde EMA geprüft wird, unterscheide sich von dem, das der Slowakei geliefert worden sei. Die Vakzine hätten offenbar nur den Namen gemein.

Russland sprach von „Fake News“. Alle Chargen hätten dieselbe Qualität und würden am Gamaleja-Institut einer rigorosen Qualitätskontrolle unterzogen.

Die slowakische Koalitionsregierung scheiterte im März, nachdem Ministerpräsident Igor Matovic trotz des Widerstands seiner Koalitionspartner einen geheimen Deal über den Kauf von zwei Millionen Sputnik-V-Dosen eingefädelt hatte.

RND/AP