Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich. Quelle: Christophe Ena/AP/dpa

Macron löst umstrittene Kaderschmiede ENA durch Verwaltungs-Hochschule ab

Paris. Die umstrittene französische Kaderschmiede ENA soll nach den Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron abgeschafft und durch eine breiter aufgestellte Einrichtung ersetzt werden. Geplant sei ein „Institut du Service Public“ (ISP) als große Ausbildungsstätte für den gehobenen Verwaltungsdienst, kündigte Macron am Donnerstag in Paris an. Der 43-Jährige sprach von einer „tiefgreifenden Umwälzung“.

Mit dieser Ankündigung werden die Pläne für die prestigeträchtige École Nationale d’Administration (ENA) nun konkret. Sie war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik geraten - für Gegner gilt sie als Ausbildungsstätte für einen kleinen Zirkel abgehobener Elite-Technokraten.

Macron, der selbst Absolvent der ENA ist, hatte bereits vor rund zwei Jahren nach den Dauerprotesten der „Gelbwesten“ angekündigt, dass die ENA abgeschafft werden solle.

Die Elite-Verwaltungshochschule ENA wurde 1945 direkt nach dem Zweiten Weltkrieg unter der provisorischen Regierung von General Charles de Gaulle ins Leben gerufen. Ziel war es damals, die Rekrutierung von Spitzenfunktionären für den Staat zu demokratisieren. Ein guter Abschluss bei der ENA öffnet in Frankreich weiter die Türen für die Topetagen in Verwaltung, Diplomatie, Politik und Privatwirtschaft.

RND/dpa