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Friedrich Merz, CDU-Politiker Quelle: Getty Images

Merz warnt CSU vor Demontage Laschets und Schwächung der CDU

Berlin. Der bisherige Laschet-Konkurrent Friedrich Merz hat sich erneut in den Streit um die Kanzlerkandidatur eingemischt und die CSU davor gewarnt, die CDU zu beschädigen. „Die CSU stellt das Votum des höchsten Führungsgremiums der CDU infrage“, schreibt Merz in einem Brief an die CDU-Mitglieder seines Wahlkreises, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Präsidium und Bundesvorstand der CDU hätten sich einstimmig hinter die Bewerbung Laschets um die Kanzlerkandidatur gestellt. CSU-Chef Markus Söder habe davor zugesagt, ein Votum der CDU für Laschet zu akzeptieren. „Damit hätte die Entscheidung am Montagabend, 12. April 2021, 20 Uhr, zwischen CDU und CSU einvernehmlich getroffen werden können.“

Warnende Fragen in Richtung CSU

Merz kleidet seine Vorwürfe gegen die CSU dann in Frageform. „Macht sich die CSU klar, was es bedeutet, innerhalb von wenigen Wochen den nächsten Parteivorsitzenden der CDU zu demontieren? Will die CSU wirklich mit einer derart geschwächten CDU in den Wahlkampf ziehen? Soll die CDU mal so eben den dritten Vorsitzenden innerhalb von gut zwei Jahren wählen? Ist der CSU das Schicksal der CDU-geführten Landesregierung in Nordrhein-Westfalen gleichgültig? Ich kann mir all das nicht wirklich vorstellen.“

Merz betont erneut, Laschet habe die Unterstützung der gesamten CDU-Spitze, und vergleicht dies mit dem Jahr 2002, als er selbst im Kanzlerkandidaturstreit den damaligen CSU-Chef Edmund Stoiber gegen CDU-Chefin Angela Merkel unterstützt hatte.

Merz appelliert an „Markenkern der Union“

Mit Blick auf Söders Hinweis auf Umfragewerte und die Bedeutung der Person bei Wahlen schreibt Merz, es könne sein, „dass es mehr auf einzelne Personen ankommt und auf kurzfristige Medienperformance, mehr als auf inhaltliche Überzeugungen und Grundsatzfestigkeit. Aber es bleibt – hoffentlich – ein Markenkern der Union: dass sie auch bereit ist, sich dem häufig sehr flüchtigen Zeitgeist entgegenzustellen und ihre gewachsenen Wertvorstellungen über die eigene Person zu stellen.“

Er wisse, dass sich auch in seinem Wahlkreis viele CDU-Mitglieder eine andere Entscheidung der Union wünschten. „Aber ich stehe zu meinem Wort, das ich Armin Laschet nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden gegeben habe.“ Die Union müsse handlungsfähig bleiben.

RND/kd