Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und neuer CDU-Vorsitzender, und Markus Söder (r.), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender. Quelle: Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa

Von Stetten wirbt für Söder und nennt Reaktion von CDU-Präsidium „beleidigt“

Im erbitterten Unionsstreit um die Kanzlerkandidatur hat die baden-württembergische CDU-Politikerin und Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz Verlässlichkeit als Grundvoraussetzung für einen Bundeskanzler bezeichnet – und wirbt deswegen für Parteichef Armin Laschet und nicht für den CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Sie habe Armin Laschet schon bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden im Januar unterstützt, sagte Widmann-Mauz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Ihre Begründung: „Da er mit festen Grundsätzen und Überzeugungen verlässliche Politik betreibt. Darauf kommt es auch bei einem Kanzler an.“ Und deshalb hätten das CDU-Präsidium und der CDU-Bundesvorstand sich für Laschet als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten aus Baden-Württemberg wirbt hingegen weiter für Söder. Er sagte: „Wenn das CDU-Präsidium die eigenen Beschlüsse ignoriert und dann auch noch beleidigt reagiert, wenn Mitglieder das zugesagte Mitspracherecht einfordern, dann zeugt dies von wenig Souveränität.“ Die CDU-Mitglieder hätten zu Recht die Erwartung, bei zentralen Personalentscheidungen auf Bundesebene ausreichend informiert und beteiligt zu werden.

An diesem Sonntag läuft die von den Rivalen Söder und Laschet selbst gesetzte Frist für eine Einigung ab. Offenbar war bislang keiner von ihnen zum Rückzug bereit.

Von Kristina Dunz/RND