Kurz vor den Parlamentswahlen in Albanien kommt es dort zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen politischen Aktivisten. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wahlhelfer in Albanien erschossen

Elbasan. Bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten der beiden politischen Lager ist in der albanischen Stadt Elbasan ein Mann erschossen worden. Vier weitere Männer, unter ihnen ein Polizist, erlitten Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich bereits am Mittwoch, vier Tage vor den Parlamentswahlen in Albanien.

Bei dem Erschossenen handelte es sich um einen Wahlhelfer der Sozialistischen Partei (PS) von Ministerpräsident Edi Rama. Der mutmaßliche Todesschütze stellte sich anschließend der Polizei, berichteten Medien in der Hauptstadt Tirana. Er gehört der national-konservativen Demokratischen Partei (PD) an, die den Sozialisten immer wieder Wahlbetrug und Verstrickung in die organisierte Kriminalität vorwirft.

Zu der Schussabgabe kam es, als Aktivisten der PD das Fahrzeug mit dem späteren Todesopfer aufhielten. Die Anhänger der Oppositionspartei beschuldigten den 56-Jährigen, Geld verteilt zu haben, um Stimmen für die Wahlen zu kaufen.

EU und USA fordern Aufklärung

Die EU-Vertretung und die US-Botschaft in Tirana forderten die Behörden auf, den Vorfall umfassend aufzuklären. Sie ermahnten die politischen Akteure beider Seiten, Zurückhaltung zu üben. Bei den Wahlen am kommenden Sonntag gilt Ramas PS laut Meinungsumfragen als Favoritin. Umfragen sind in Albanien allerdings nicht immer zuverlässig.

dpa