Bereits im Juli könnten die ersten Geimpften eine Auffrischung benötigen. Quelle: picture alliance/dpa

Amtsärzte: Auffrischimpfung muss vorbereitet werden

Die Chefin des Bundesverbandes der Amtsärzte, Ute Teichert, bremst den Optimismus um die Corona-Impfung. Gegenüber der „Rheinischen Post“ warnt sie davor, dass es schon im Sommer zu wenig Impfstoff gegen könnte – wenn die bereits Geimpften eine Auffrischimpfung benötigen.

„Mich beschäftigt enorm die Frage, ob das Gesundheitssystem ausreichend auf die Herausforderungen vorbereitet ist, die uns ab Sommer beim Impfen ins Haus stehen“, sagt Teichert der Zeitung. Erste Studien würden eine Auffrischung des Impfschutzes gut sechs Monate nach der ersten Impfung nahelegen, erklärt Teichert. Demnach seien die ersten Menschen davon bereits Ende Juni oder Anfang Juli betroffen.

Laut Teichert bereite sich die Politik darauf nicht vor. „Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein. Andere Länder wie etwa England sind schon dabei, sich darauf vorzubereiten“, sagt sie der „Rheinischen Post“.

In Deutschland wurden bisher nach Angaben des Robert Koch-Institutes mehr als 35 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht (Stand: 10. Mai, 11:35 Uhr). 9,4 Prozent der Bevölkerung gelten als vollständig geimpft.

Die Bundesregierung hat nun außerdem Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 16 Jahren ein Impfangebot in Aussicht gestellt. Somit sollen alle Impfwilligen bis zum Ende der Sommerferien den schützenden Piks erhalten.

RND/ch