Menschen sehen sich das Ausmaß der Schäden an, das Raketenangriffe in Gaza verursacht haben. Quelle: imago images/NurPhoto

Israel und Hamas setzen Angriffe fort – Generalstreik im Westjordanland

Gaza. Israel und die Hamas haben am Dienstagmorgen ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt. Israel verübte erneut Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen, während die palästinensischen Extremisten Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet abfeuerten.

Von den Luftangriffen verursachte Explosionen schallten vor Sonnenaufgang durch Gaza und orangefarbene Blitze leuchteten am Nachthimmel. Das Kahil-Gebäude, in dem sich Bibliotheken und Bildungseinrichtungen der Islamischen Universität befanden, stürzte ein.

Opfer wurden zunächst nicht vermeldet. Das israelische Militär teilte mit, es habe 65 militärische Ziele angegriffen, darunter Raketenabschussrampen, eine Gruppe von Kämpfern und die Häuser von Hamas-Kommandeuren, die laut der Armee für militärische Zwecke genutzt wurden. Mehr als 60 Kampfflugzeuge seien beteiligt gewesen.

Palästinensische Extremisten feuerten laut dem Militär 90 Raketen ab, von denen 20 noch im Gazastreifen niedergingen.

Generalstreik im Westjordanland

In Israel, Jerusalem und dem besetzten Westjordanland beteiligten sich Palästinenserinnen und Palästinenser an einem Generalstreik. In Israel lebende Palästinenserinnen und Palästinenser hatten zu dem Streik aufgerufen, der von der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland unterstützt wurde. Ministerien und Schulen blieben dort geschlossen und die meisten Betriebe schienen sich ebenfalls zu beteiligen. Proteste wurden erwartet.

Das israelische Militär schoss nach eigenen Angaben auch eine Drohne ab, die sich der israelischen Grenze im Nordosten näherte, weit entfernt vom Gazastreifen. Woher die Drohne kam, teilte es nicht mit. Möglicherweise kam sie aus Syrien.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärte, durch die israelischen Luftangriffe seien mindestens 18 Krankenhäuser und Kliniken beschädigt worden. Eine Gesundheitseinrichtung sei vollständig zerstört. Fast die Hälfte aller wichtigen Medikamente seien im Gazastreifen nicht mehr verfügbar.

Die Bombardierung wichtiger Straßen, darunter der zum bedeutenden Schifa-Krankenhaus, behindere die Fahrten von Krankenwagen und Versorgungsfahrzeugen. Mehr als 41.000 Palästinenser haben in Schulen der Vereinten Nationen im Gazastreifen Schutz gesucht, deren Betrieb bereits durch die Corona-Pandemie erschwert war.

RND/AP