Samstag , 3. Dezember 2022
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Bundeskanzlerin Angela Merke (CDU). Quelle: imago images/Political-Moments

Mehr Geld und keine Teilnehmergrenze – Merkel will Freiwilligendienst aufstocken

Essen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, den einjährigen Bundesfreiwilligendienst finanziell deutlich aufzustocken.

Die bisherige Begrenzung der Teilnehmerzahl sollte aufgehoben werden, sagte sie am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung des - digital abgehaltenen - 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages. „Ich möchte, dass künftig jeder Jugendliche, der es möchte, auch die Möglichkeit dazu hat.“

Die Jugendstrategie der Bundesregierung habe sich bewährt, sagte Merkel im Gespräch mit vier Jugendlichen. Das Konzept sehe vor, dass sämtliche Ministerien verpflichtet seien, ressortübergreifend auf die Anliegen junger Menschen einzugehen.

Nutzung der digitalen Medien führte zu stärkerer Beteiligung der Jugend

Als konkrete Maßnahme sei die Finanzausstattung des Kinder- und Kinderplanes deutlich aufgestockt worden. Ferner sei die Gründung einer Ehrenamtsstiftung geplant. Als Zwischenbilanz der Jugendstrategie könne schon jetzt eine stärkere Beteiligung festgestellt werden. Dies führte die Kanzlerin auf die Nutzung der digitalen Medien zurück.

„Die Stimme der Jungen wird zu wenig gehört, weil es mehr Ältere in der Bevölkerung gibt“, räumte Merkel ein. Das schlage sich entsprechend in den politischen Schwerpunkten nieder. Dem Vorschlag, Jugendliche in das Corona-Kabinett einzuladen, wollte Merkel jedoch nicht folgen. Dafür seien die Themen allzu speziell.

„Wir werden aber ein Format finden“, versprach sie. Es gebe allerdings nicht die Jugend schlechthin. Die Kanzlerin schlug vor, erneut einen Kinder- und Jugendgipfel einzuberufen, „um möglichst viele Stimmen aus allen Bereichen zu hören, von zehn bis 25 Jahren“.

Herabsenkung des Wahlalter auf 16 Jahre mit Merkel nicht zu machen

In der Diskussion forderten die Jugendlichen einhellig die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. „Wenn wir nicht gefragt werden, wer soll denn wissen, was wir brauchen?“, meinte eine Diskussionsteilnehmerin. Demgegenüber argumentierte Merkel, dass eine niedrige Altersgrenze die Bereitschaft zu wählen nicht erhöhen werde.

Jugendgerechte Politik bestehe aus einem Geflecht von Maßnahmen, sagte Merkel. Dazu gehörten gute Studien- und Ausbildungsplätze, die Digitalisierung der Schulen, bezahlbare Mieten, die Förderung des Ehrenamtes. „Das sind nicht allein die Aufgaben der Bundesregierung“, sagte die Kanzlerin.

Den Jugendlichen eine Stimme zu geben, heiße nicht, „dass jeder mit mir sprechen möchte“, sagte Merkel. „Viele wollen einfach nur ihr Leben leben, aber wir können die Bedingungen dafür schaffen.“ Vom Kinder- und Jugendhilfetag nehme sie die Anregung mit, noch stärker das Gespräch mit jungen Menschen zu suchen.

RND/epd